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BISS – Wir sind wieder da!

Cover des BISS-Magazins Mai 2020

BISS-Verkäufer Solomon V. sagt: „Ich habe es vermisst, mit den Kunden zu reden und mit den Kellnern, in den Lokalen, in denen ich sonst immer vorbeischaue. Jetzt darf ich wieder die BISS verkaufen, zum Glück!“

Mit der BISS-Ausgabe vom Mai, die am 6.5.2020 erscheint, beendet BISS die Verkaufspause. Seit Mitte März waren keine BISS-Verkäufer mehr in der Stadt unterwegs, ihre Kunden haben sie schmerzlich vermisst. Das ist jetzt vorbei, wir sind wieder da!

Auf dem Titel der BISS-Ausgabe vom Mai sind die beiden Musiker der bekannten Heavy Metal Band „Heaven Shall Burn“ abgebildet, die sich im Interview für eine kritische Gesellschaft mit mündigen Bürgern stark machen. Ihnen geht es, wie uns BISSlern, nicht um ein möglichst bequemes Leben, sondern um eine lebendige Demokratie, in der alle Menschen ihren Platz finden.

Die Schlagzeile lautet „Nimm zwei!“ – wer das Märzheft vor zwei Monaten nicht kaufen konnte, kann es jetzt gerne beim BISS-Verkäufer seines Vertrauens, zusammen mit dem Maiheft, erwerben.

BISS dankt allen Menschen in seinem starken Netzwerk, die uns mit Zuspruch und Unterstützung in den vergangenen Wochen zur Seite gestanden sind. Sie haben uns geholfen, dass wir Humor und Zuversicht behalten haben.

Zur Premiere des Maiheftes mit Ausgabe an die Verkäufer vom Sendlinger Tor Platz laden wir Sie am Mittwoch, den 6. Mai um 9:00 Uhr ins U-Bahn Sperrengeschoss herzlich ein.

BISS-Geschäftsführerin Karin Lohr und die beiden BISS-Verkäufer Ercan Uzun und Mariana Tomescu sind anwesend und stehen für Interviews gerne zur Verfügung. Für Fotografen geeignet: Am Mittwoch, den 6. Mai um 9:00 Uhr Ort: Sendlinger Tor Platz, U-Bahn Sperrengeschoss (Aufgang Kino)

Kontakt: BISS-Geschäftsführerin Karin Lohr Tel. (089) 33 20 33

Trauerfeier für BISS-Verkäufer Hartmut „Jackie“ Jacobs am 6. April abgesagt

Wir möchten alle Freunde, Bekannten und Kunden von Jackie informieren, dass die geplante Trauerfeier abgesagt ist. Sie hätte ursprünglich am 6. April um 11.15 Uhr in der Aussegnungshalle im Ostfriedhof mit anschließender Urnenbestattung im BISS-Grab stattfinden sollen.

Ein neuer Termin steht noch nicht fest, wir geben ihn bekannt, sobald wir ihn wissen.

Herzliche Grüße

Die BISSler

BISS macht Pause!

Pressemitteilung zur Coronakrise – 16. März 2020

BISS stellt die Abgabe der Straßenzeitung ab sofort ein – Verkäufer und Kunden sollen vor eventueller Ansteckung mit Corona geschützt werden.

Die Münchner Straßenzeitschrift BISS wird von über 100 Verkäuferinnen und Verkäufern in der Stadt verkauft. Aufgrund der aktuellen Coronakrise möchten wir Vorsorge treffen und unsere Verkäufer sowie unsere Kunden vor einer eventuellen Ansteckung schützen. Wir haben schon am Wochenende die Abgabe der Zeitschrift zurückgefahren und stellen sie ab heute, vorerst bis zum 31. März 2020, ein. BISS-Geschäftsführerin Karin Lohr sagt: „Wir lassen unsere Verkäufer nicht hängen, keiner muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben“. In dieser Krise bewährt sich die konsequente Festanstellung der Verkäufer. Sie behalten ihren Arbeitsplatz. Vor allem haben sie den vollen Schutz ihrer Krankenversicherung und können, falls erforderlich, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Wir danken allen Lesern, Spendern, Paten, Anzeigenkunden, Kooperationspartnern, Freunden, Förderern sowie der Abtei St. Bonifaz für ihr Verständnis. Wir wünschen allen, dass sie gesund bleiben. Gemeinsam werden wir die Krise überstehen!

BISS-Ausgabe März 2020 | Rassismus

Cover des BISS-Magazins März 2020

Thema | Rassismus im Alltag | Von kleinen Sticheleien bis zu offenen Übergriffen: Kaum ein Tag vergeht, an dem Betroffene nicht mit ihrem Anderssein konfrontiert werden |6 Alltagsrassismus: Betroffene erzählen von ihren Erlebnissen? | 12 Altersarmut von Frauen: Interview mit Prof. Dr. Irene Götz | 16 Was denken junge Menschen? Einblicke in die aktuelle Shell Jugendstudie | 20 Internationale Wochen gegen Rassismus: Interview mit BISS-Mitbegründer Dr. Jürgen Micksch| Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde und Gönner | 30 Impressum & Mein Projekt | 31 Adressen

Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben

NACHBARSCHAFT

Protokoll: Felicitas Wilke

Illustration: Martin Fengel

Foto: Barbara Donaubauer

WALTRAUD RÖVEKAMP: Wir beide haben jahrelang in demselben Hochhaus im Norden von Schwabing gewohnt. Kennengelernt haben wir uns bei einem Sommerfest in unserem Hof.

HANS PÜTZ: Wir sind beide „Zugezogene“. Ich komme ursprünglich aus Düsseldorf. Als ich in den Achtzigern nach München gezogen bin, war mir die Münchner Schickeria erst einmal fremd. Aber nach ein paar Monaten habe ich mich eingelebt.

Hans Pütz, ehemaliger BISSVerkäufer und Waltraud Rövekamp, Rentnerin

WR: Ihr Rheinländer geht auf Menschen zu! Ich bin in Münster geboren und 1977 nach München gekommen. Auch ich fühlte mich hier nicht sofort zu Hause, doch nach circa zwei Jahren lernte ich meinen späteren Mann und über ihn viele Freunde und Bekannte kennen. Später kam auch Hans dazu. Als wir noch Nachbarn waren, sind mein Mann und ich mit Hans öfter mal ein Bier trinken oder essen gegangen.

HP: Dann bin ich krank geworden. Meine Augen verschlechterten sich, vor  gut  einem Jahr wurde zudem Krebs diagnostiziert, und ich konnte nicht mehr arbeiten. Waltraud hat mich sehr unterstützt, war für mich einkaufen, hat mir beim Papierkram geholfen und mich in verschiedenen Krankenhäusern besucht.

WR: Ich mache das gern. Nächstenliebe  kann jeder,  man  muss nicht unbedingt  ein Christ sein. Heute lebt Hans im Münchenstift, ganz in der Nähe unserer alten Wohnung. Ich besuche ihn  mehrmals  die Woche, dann gehen wir gemeinsam spazieren oder machen Arztbesuche. Eigentlich sind wir immer noch wie Nachbarn!