BISS-Ausgabe Dezember 2019 | Friede auf Erden

Cover des BISS-Magazins Dezember 2019

Thema | Dazugehören | Um sich dazugehörig zu fühlen, braucht es Arbeit, eine Wohnung und einen Ort zum Feiern | 6 Bundesteilhabegesetz (BTHG): Jakob ist jetzt ein Mitarbeiter | 10 Die Schattenseiten des BTHG: Interview mit Karin Majewski | 12 Zwischen den Jahren: Münchner*innen und BISS-Verkäufer*innen erzählen | 16 Ein Zuhause für die BISSler: Unser Haus in Hohenschäftlarn 24 Eine Patenuhr für … Unsere fest angestellten Verkäufer suchen Paten für 2020 | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 22 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 24 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum & Mein Projekt | 31 Adressen

„Weißt du, ich bin jetzt ein Mitarbeiter!“

Für Jakob ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Er ist einer der wenigen Menschen mit Behinderung, die es geschafft haben, dank des Bundesteilhabegesetzes eine Stelle in einem normalen Betrieb zu finden

Von RUTH ZORAWSKI

Fotos HANNES ROHRER

Seit fast einem Jahr arbeitet Jakob, 30 Jahre, in einem Integrationskindergarten in der oberbayerischen Kleinstadt Bad Tölz, südlich von München. Anfang 2019 unterschrieb Jakob stolz, nach einer langen Praktikumszeit und vielen Gesprächen mit der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), den Eltern, der Leitung des Kindergartens und dem Bezirk, seinen ersten Arbeitsvertrag mit Tariflohn. Ein großer Wunsch ging in Erfüllung. Jakob ist einer von fünf Menschen mit Behinderung in Oberbayern, die das Budget für Arbeit – eine neue Leistung des Bundesteilhabegesetzes – beziehen und so eine Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wahrnehmen können. Die Geschichte von Jakob soll nicht nur zeigen, dass das Budget die größtmögliche Teilhabe im Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung ermöglicht und eine offenere Gesellschaft befördert. Die Geschichte soll auch Menschen dazu ermutigen, sich mit alternativen Arbeitsstellen auseinanderzusetzen, auch wenn der Weg manchmal etwas länger sein kann.

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BISS-Ausgabe November 2019 | Familienbande

Cover des BISS-Magazins November 2019

Thema | Entspannt und glücklich | Das Leben mit einem behinderten Kind stellt Familien vor neue Herausforderungen. Es kann sehr anstrengend sein, aber auch glücklich machen | 6 Wir machen es uns schön: Leben mit einem Kind mit Behinderung | 12 Der letzte Weg: Sterbende begleiten | 18 Musik ohne Grenzen: Musizieren im Kinderheim | 22 Klimapolitik: Interview mit Prof. Dr. Niko Paech | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 25 Patenuhren | 28 Freunde und Gönner | 30 Impressum | 31 Adressen

Wie kann ICH die Welt retten?

Interview ULRIKE BLIEFFERT

Foto HANS ALBRECHT LUSZNAT

Er hat sich einen Namen als konsequenter Wachstumsgegner gemacht. Wenn der Volkswirt Niko Paech (58) nicht als Professor an der Universität Siegen forscht und lehrt, fährt er „mit der Eisenbahn“ durch Deutschland, um unter anderem mit Schülerinnen und Schülern darüber zu sprechen, wie sie ihr Leben nachhaltig gestalten und ihre Zukunft eigenverantwortlich sichern können. Dass er bei der Sache ein Vorbild ist, versteht sich – zumindest für ihn – von selbst: Paech ist erst einmal in seinem Leben mit dem Flugzeug gereist, er besitzt weder ein Auto noch ein Smartphone. Und ernährt sich vegetarisch. „Man kann so sehr gut leben“, findet er, „mir fehlt nichts.“

Herr Paech, wir können heute alles tun – mal eben auf die andere Seite der Erde jetten zum Beispiel. Schwer, da Nein zu sagen, oder?

Portaitshooting Plurale Ökonomik 2018

Wir müssen sogar Nein sagen, denn die Freiheit des Individuums wurde – durch Modernisierung und Demokratisierung – auf ein geradezu perverses Niveau gehievt. Es wurden alle Regulative wegdemokratisiert, die dafür sorgen, dass Menschen eigene Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Handlungen übernehmen müssen.

Heißt das, dass der Einzelne jetzt die Verantwortung für den Planeten übernehmen soll? Wo sind denn die Profis – von denen FDP-Chef Christian Lindner gesprochen hat –, denen wir die Umwelt überlassen können?

Klimaschutzpolitik findet bis heute schlicht nirgends statt, am allerwenigsten in Deutschland, und alle technischen Versuche seitens selbst ernannter Experten, unser Wohlstandsmodell von CO2-Emissionen zu reinigen, sind kläglich gescheitert. Der einzig wirksame Klimaschutz besteht darin, sich den ökologisch suizidalen Verführungen zu widersetzen, also individuelle Ansprüche auf ein global übertragbares Maß zu senken. Folglich sind Menschen, die nie in ein Flugzeug steigen, wenig bis gar kein Fleisch essen, möglichst nie Autos nutzen, wenig Wohnraum und Elektronik beanspruchen, viel reparieren und mit anderen gemeinsam nutzen, die wahren Klimaschutz-Profis.

Meistens sieht es doch so aus, dass wir demonstrieren oder kein bzw. etwas weniger Fleisch essen. Aber dann vor den Ferien … sind wir uns selbst wieder am Nächsten und buchen doch die Reise nach Spanien oder Südamerika. Das schlechte Gewissen dabei ist erträglich.

Moderne Menschen waren nie reicher, freier, gebildeter – und lebten nie verantwortungsloser, während gleichzeitig Fanale der moralischen Korrektheit überhandnehmen. Diese bemerkenswerte Doppelmoral lässt sich als reaktivierter, zumeist symbolischer Ablasshandel erklären: Das schlechte Gewissen des Vielfliegers wird in Bionade und fair gehandeltem Kaffee ertränkt. Auf diese Weise schirmen sich Individuen emotional vor der Konfrontation mit den Folgen des eigenen Handelns ab.

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BISS-Ausgabe Oktober 2019 | Friedenskämpfer

Cover des BISS-Magazins Oktober 2019

Thema | Poesie des Widerstands |Für eine friedlichere Welt kämpfen in München viele:  zum Beispiel Konstantin Wecker mit seinen Lieder, die Seniorpartner in Schulen und MitarbeiterInnen in Frauenhäusern | 6 Konfliktlösung in Schulen: Senioren unterstützen Schüler und Schülerinnen bei Streitigkeiten | 12 Kinder in Frauenhäusern: zwischen Schutz vor Gewalt und Einschränkungen | 16 Poetisch und politisch: Konstantin Wecker im Interview | 22 Finanzwirtschaft: Warum wir eine Wende brauchen | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde & Gönner | 28 Rückblick mit Ausblick | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen