BISS sucht Sozialarbeiter/in

Unser langjähriger Sozialarbeiter geht in Altersrente, daher suchen wir möglichst bald zur Nachfolge eine/n Mitarbeiter/in für Sozialarbeit für die Beratung und Begleitung unserer Verkäufer sowie die Organisation des Vertriebs in Zusammenarbeit mit Kollegen und externen Organisationen.

Hier geht´s zur Stellenanzeige:

http://biss-magazin.de/v2/wp-content/uploads/2019/09/Sozialarbeit_Stellenausschreibung2019-1-4.pdf

BISS-Ausgabe Februar 2020 | Let´s dance!

Cover des BISS-Magazins Februar 2020

Thema | Let’s dance | Ein paar coole Moves machen? Breakdance ist sehr viel mehr. Er hilft Jugendlichen, miteinander in Kontakt zu kommen – über alle Grenzen hinweg | 6 Jugendfeuerwehren: Die Brandlöscher von morgen | 1O Interview: Oberbürgermeister Dieter Reiter im Gespräch mit BISS | 16 Breakdance: Tanzen gegen Rassismus und Ausgrenzung | 22 Wohin mit dem Hund? Wer nimmt das geliebte Haustier, wenn ein Notfall eintritt? | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde und Gönner | 30 Impressum | 31 Adressen

Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche
Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben

BARGELDLOSES BEZAHLEN

Protokoll: Felicitas Wilke

Illustration: Martin Fengel

Foto: Barbara Donaubauer

ROBERT LUG: Ins Gespräch gekommen sind wir vor eineinhalb Jahren über ein EC-Karten- Gerät. Als ich mir am Sendlinger Tor eine BISS bei Ercan kaufen wollte, erklärte er mir, dass ich sie auch mit Karte bezahlen könne. Ich dachte: Wow, der geht mit der Zeit! Also habe ich meine BISS bei ihm bargeldlos gekauft.

Ercan Uzun,
BISS-Verkäufer,
und Robert Lug,
BISS-Käufer


ERCAN UZUN: Ich bezahle meine Einkäufe gar nicht so oft mit Karte, aber immer mehr Menschen tun das. Ich möchte keine Kunden wegschicken müssen, nur weil sie kein Bargeld dabeihaben. Deshalb habe ich das Lesegerät angeschafft.
RL: Ercan packt Dinge an – das geht weit über seinen Beruf hinaus. Er hatte es nicht immer
leicht im Leben, so kam er ja auch zur BISS.
Aber du bist jemand, der dem Schicksal immer wieder sagt: Dir zeig ich’s! Das imponiert mir.
EU: Uns verbindet, dass wir beide nicht aufgeben. Mir ging es zuletzt psychisch nicht so gut, ich war in der Klinik. Aber ich habe den Tiefpunkt hinter mir, jetzt geht’s wieder aufwärts! Du bist auch ein Stehaufmännchen, Robert.
RL: Ja, ich komme aus einer Unternehmerfamilie und habe dort gelernt, dass Projekte auch mal schiefgehen können. Ich habe schon mehrere Firmen gegründet und manche leider auch wieder schließen müssen. Das gehört dazu. Das Wichtigste im Leben ist, auf sich selbst und das eigene Umfeld aufzupassen.
EU: Ich schätze an dir von Anfang an, dass du jemand bist, der ein Lächeln erwidert. Und dass du dich mit mir unterhältst, obwohl du finanziell über mir stehst.
RL: Das freut mich sehr. Aber ich finde, dass kein Mensch über einem anderen steht.

EINE STARKE TRUPPE

Sie retten Menschen aus brennenden Häusern und sind bei Unfällen meist als Erste vor Ort: Viele wichtige Aufgaben werden in Deutschland von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten erledigt. Wie können die freiwilligen Feuerwehren Nachwuchs gewinnen, damit das auch in Zukunft so bleibt?

Foto: MANUEL NIEBERLE

Von BERNHARD HIERGEIST

Angehende Feuerwehrleute müssen viel lernen, etwa, wann man B-, C- oder D-Schläuche einsetzt, wie man Rettungsspreizer oder Funkgerät bedient und was ein Löschgruppenfahrzeug (LF) von einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) unterscheidet. Aber auch, wie man Erste Hilfe leistet. Aber nicht heute, an diesem Novemberabend im Gerätehaus in Forstenried. Arnd Rochell sagt: „Heute machen wir etwas anderes.“ Rochell ist Jugendleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr München, genauer: bei der Jugendgruppe Süd. Zum Treffen der Jugendfeuerwehr, Abteilung Forstenried- Großhadern-Sendling-Solln haben sich 25 Jugendliche im Gerätehaus versammelt. Ein Kollege Rochells hat eines der HLFs aus der sechs Meter hohen Halle gefahren, damit die laut durcheinanderplaudernden jungen Menschen Platz haben. Ringsum an den Wänden hängen die Uniformen und Helme der Erwachsenenfeuerwehr. Aus einem Lautsprecher knacksen ab und an unverständliche Fragmente des Funkverkehrs durch die Halle. Die Mädchen und Jungen sind etwa zwischen 12 und 16 Jahre alt. Sonst lernen sie in der Gruppenstunde viel über Theorie und Praxis der Feuerwehr. Nur heute nicht, heute machen Rochell und seine Kollegen mit ihnen Spiele: Jeder schreibt prägnante Eigenschaften oder Hobbys von sich auf ein Blatt Papier, zum Beispiel: „Alter: 16, Aikido, hilfsbereit, fahre gern Fahrrad.“ Dann werden die Blätter gemischt und die Gruppe diskutiert, um wen es sich handelt. Oder sie werfen sich im Kreis eine Leine zu, bilden einen großen, scheinbar unentwirrbaren Knoten. Nur, um ihn dann, ohne die Leine loszulassen, mit vereinten Kräften wieder zu entwirren.

Weiterlesen „EINE STARKE TRUPPE“

Ich bin eine alte Leseratte

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Toni Menacher


Schon als Kind verschlang ich Bücher regelrecht! Ich kam durch ein Geschenk meines Bruders auf den Geschmack an Geschichtsbüchern. Insbesondere fas- ziniert mich heute noch die Zeit von etwa 700 vor Christus bis Christi Geburt. Da gab es anfangs die Zeit der Großmacht Assyrien, die mehrere Jahrhunderte das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris beherrschte. Sie terrorisierte das gesamte Gebiet bis Ägypten. Sehr fasziniert mich auch die Geschichte Babylons, das mehr als 1.000 Jahre lang die religiöse Hochburg im vorderen Orient war. Später las ich mehrere Bücher über das Alte Rom. Als Kind und Jugendlicher interessierte mich am meisten, welcher König oder Feldherr welche Schlacht und welchen Krieg gewann oder verlor. Erst später änderte sich mein Schwerpunkt und ich las mehr über die Kultur, aber auch über die sozialen Spannungen. Als Beispiel möchte ich zwei Punkte hervorheben: den Spartacus-Sklavenaufstand (etwa 70 vor Christus), in dem die verzweifelten Geknechteten sich gegen das mächtige Rom erhoben. Und die große Schere zwischen Arm und Reich im Alten Rom mit den reichen Patriziern und den armen Plebejern. Etwa mit Mitte 20 widmete ich mich anderen Büchern und begann, in meiner Freizeit Western und Gruselromane zu lesen. Dabei kann ich gut entspannen. Allerdings lese ich auch heute noch gern Geschichtsbücher. Mein letztes Buch drehte sich um das faszinierende, aber kurze Leben von Alexander dem Großen (356 bis 323 v. Chr.). Dabei beeindrucken mich insbesondere auch die innerlichen Widersprüche vom beliebten König von Makedonien zum Despoten nach dem Sieg über das persische Großreich. Er führte ein, dass seine getreuen Mitstreiter vor ihm auf die Knie fallen mussten. Dies führte zu großen Spannungen. Heute mache ich mir viel mehr Gedanken über die Hintergründe, was meinen Geist anregt. Sehr viel Spaß macht es mir, mich mit einer Stammkundin über geschichtliche Hintergründe, aber auch über Politik zu unterhalten. Sie weiß genau, wovon sie spricht, denn sie ist pensionierte Gymnasiallehrerin!

Am Abrechnungstag

Karin Lohr, Geschäftsführung; Foto: Sacha Kletzsch

Heute war wieder so ein Tag mit „lebhaftem Geschäftsbetrieb“, denn es sind fast alle unsere 56 angestellten Verkäufer zur Gehaltsabrechnung, die jeweils am 15. des Monats stattfindet, ins Büro in der Metzstraße in Haidhausen gekommen. Die Modalitäten sind „maßgeschneidert“ für die BISS-Verkäufer, denn unsere Festangestellten bekommen den Teil des Gehalts ausbezahlt, den sie nicht direkt beim Verkauf der Zeitschriften einnehmen. Ein Rechenbeispiel dazu: Wenn ein Verkäufer mit einem Festgehalt von 800 Euro brutto angestellt ist, verkauft er dafür 400 Zeitschriften im Monat. Diese Zeitschriften holt er in St. Bonifaz oder im BISS-Büro ab und bezahlt pro Heft 1,10 Euro. Beim Verkauf an die Leser für 2,20 Euro nimmt er pro Exemplar 1,10 Euro ein. Das sind bei 400 Zeitschriften also 440 Euro. Sein Nettoverdienst laut Lohnabrechnung liegt, abhängig von Steuerklasse und Krankenversicherung, bei circa 630 Euro. Die Differenz von 190 Euro bekommt der Verkäufer am 15. des Monats bar ausbezahlt. Eigentlich ganz einfach, oder? Außerdem werden bei der Gelegenheit die Fahrkarten für den Münchner öffentlichen Personennahverkehr ausgegeben bzw. abgerechnet. Dieses „Jobticket“ bewährt sich seit Langem und wird von den BISS-Verkäufern sehr geschätzt, denn es macht sie beruflich und privat so richtig mobil. Nachdem der MVG sein Tarifsystem geändert hat, haben wir heute auch für jeden Verkäufer genau geprüft, welche Karte mit welchen Ringen für ihn zukünftig am besten passt. Für die etwas Älteren geht das Isarcard-65-Abo, das keine Zeitbeschränkung mehr hat. Das ebenfalls günstigere Abo Isarcard 9 Uhr ist wirklich nur für diejenigen geeignet, die nicht vor 9 Uhr das Haus verlassen. Das waren gar nicht mal so viele, denn unsere Verkäufer wollen am Standplatz präsent sein, wenn „ihre“ Kunden zur Arbeit fahren. Am Abrechnungstag ist auch die Sozialarbeit gefordert, denn es bietet sich die Gelegenheit für persönliche Gespräche und Beratungen, je nachdem, was beim Einzelnen gerade ansteht. Viele Verkäufer bringen Schreiben von Behörden oder auch Zahnarztrechnungen mit, die man mit ihnen prüft und bearbeitet. Man sieht, wie sich mit der Zeit nicht nur das äußere Erscheinungsbild verändert, sondern die Menschen auch ihr Selbstvertrauen wiedergewinnen. Wie Frau M. heute, die ihren kranken Mann, der BISS verkauft, begleitet hat. Sie, die vor zwei Jahren noch ganz stumm schien, verstand jede Nachfrage und antwortete ausführlich in Deutsch – was für ein enormer Fortschritt! Dass jemand wie Frau M. wieder die Kraft findet, sich anderen Menschen zu öffnen und mitzuteilen, das war heute besonders schön zu sehen.

Herzlichst

Karin Lohr, Geschäftsführerin