Zeige mir deine Wohnung, und ich weiß nicht, wer du bist

Die Fotografien von Rainer Viertlböck in der Ausstellung „BISS Einblicke“

Von CHRISTOPH LINDENMEYER

Tritt ein, bring Glück herein!“ Wir haben nicht geläutet, nicht angeklopft. Wir waren nicht einmal in den Wohnungen, die hier gezeigt werden, und stehen doch mitten in ihnen. Anonyme Heimaten, neue Geborgenheiten für BISS-Zeitungsverkäufer: endlich eine eigene Wohnung. Rainer Viertlböcks Fotografien benennen nicht die Wohnungsinhaber. Dabei könnten sie leicht zugeordnet werden, denn eine Fototafel mit 15 Einzelporträtaufnahmen in der Ecke zeigt die Menschen, einzelne und Familien, die dort wohnen, wo wir jetzt hineinschauen. Sofas, auf denen sie sitzen, Bilder an der Wand, dieser und jener Vorhangstoff, dieser und jener Blick aus dem Fenster. Diese Motive tauchen auch auf den großformatigen Fotos auf. Aber das wäre nicht aufregend: zu wissen, wer wo wohnt. Aufregend ist eine Spurensuche in den Wohnräumen ohne Namen: Welche Identität geben sie preis, welche Erinnerungen, welche Hoffnungen, welche Biografien? Wer wohnt hier? Was wollte er oder sie behalten, worauf kommt es an, außer eines Tages ein Obdach zu haben? Man muss nicht Ermittler sein, Profiler, Spurensicherer. Es genügt, hinzusehen. Genau hinzusehen.

Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso töten wie mit einer Axt HEINRICH ZILLE

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BISS-Ausgabe März 2020 | Rassismus

Cover des BISS-Magazins März 2020

Thema | Rassismus im Alltag | Von kleinen Sticheleien bis zu offenen Übergriffen: Kaum ein Tag vergeht, an dem Betroffene nicht mit ihrem Anderssein konfrontiert werden |6 Alltagsrassismus: Betroffene erzählen von ihren Erlebnissen? | 12 Altersarmut von Frauen: Interview mit Prof. Dr. Irene Götz | 16 Was denken junge Menschen? Einblicke in die aktuelle Shell Jugendstudie | 20 Internationale Wochen gegen Rassismus: Interview mit BISS-Mitbegründer Dr. Jürgen Micksch| Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde und Gönner | 30 Impressum & Mein Projekt | 31 Adressen

BISS-Ausgabe Februar 2020 | Let´s dance!

Cover des BISS-Magazins Februar 2020

Thema | Let’s dance | Ein paar coole Moves machen? Breakdance ist sehr viel mehr. Er hilft Jugendlichen, miteinander in Kontakt zu kommen – über alle Grenzen hinweg | 6 Jugendfeuerwehren: Die Brandlöscher von morgen | 1O Interview: Oberbürgermeister Dieter Reiter im Gespräch mit BISS | 16 Breakdance: Tanzen gegen Rassismus und Ausgrenzung | 22 Wohin mit dem Hund? Wer nimmt das geliebte Haustier, wenn ein Notfall eintritt? | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde und Gönner | 30 Impressum | 31 Adressen

EINE STARKE TRUPPE

Sie retten Menschen aus brennenden Häusern und sind bei Unfällen meist als Erste vor Ort: Viele wichtige Aufgaben werden in Deutschland von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten erledigt. Wie können die freiwilligen Feuerwehren Nachwuchs gewinnen, damit das auch in Zukunft so bleibt?

Foto: MANUEL NIEBERLE

Von BERNHARD HIERGEIST

Angehende Feuerwehrleute müssen viel lernen, etwa, wann man B-, C- oder D-Schläuche einsetzt, wie man Rettungsspreizer oder Funkgerät bedient und was ein Löschgruppenfahrzeug (LF) von einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) unterscheidet. Aber auch, wie man Erste Hilfe leistet. Aber nicht heute, an diesem Novemberabend im Gerätehaus in Forstenried. Arnd Rochell sagt: „Heute machen wir etwas anderes.“ Rochell ist Jugendleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr München, genauer: bei der Jugendgruppe Süd. Zum Treffen der Jugendfeuerwehr, Abteilung Forstenried- Großhadern-Sendling-Solln haben sich 25 Jugendliche im Gerätehaus versammelt. Ein Kollege Rochells hat eines der HLFs aus der sechs Meter hohen Halle gefahren, damit die laut durcheinanderplaudernden jungen Menschen Platz haben. Ringsum an den Wänden hängen die Uniformen und Helme der Erwachsenenfeuerwehr. Aus einem Lautsprecher knacksen ab und an unverständliche Fragmente des Funkverkehrs durch die Halle. Die Mädchen und Jungen sind etwa zwischen 12 und 16 Jahre alt. Sonst lernen sie in der Gruppenstunde viel über Theorie und Praxis der Feuerwehr. Nur heute nicht, heute machen Rochell und seine Kollegen mit ihnen Spiele: Jeder schreibt prägnante Eigenschaften oder Hobbys von sich auf ein Blatt Papier, zum Beispiel: „Alter: 16, Aikido, hilfsbereit, fahre gern Fahrrad.“ Dann werden die Blätter gemischt und die Gruppe diskutiert, um wen es sich handelt. Oder sie werfen sich im Kreis eine Leine zu, bilden einen großen, scheinbar unentwirrbaren Knoten. Nur, um ihn dann, ohne die Leine loszulassen, mit vereinten Kräften wieder zu entwirren.

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BISS-Ausgabe Januar 2020 | Neuanfang

Cover des BISS-Magazins Januar 2020

Thema | Einen neuen Anfang wagen | Der Januar steht für gute Vorsätze. Manchen Menschen geht es aber nicht nur um einen Vorsatz, sondern darum, dem Leben eine neue Wendung zu geben | 6 Der andere Arbeitsmarkt: Chancen zurück in den Beruf durch den zweiten Arbeitsmarkt | 12 Katrin Habenschaden: Interview mit der OB-Kandidatin der Grünen | 16 Reha-Ausbildungen: Ausbildungen für Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf | 26 BISS liest: Literarischer Spaziergang mit Aleš Šteger und Ingo Schulze | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 27 Patenuhren | 28 Freunde und Gönner | 30 Impressum & Mein Projekt | 31 Adressen