BISS-Ausgabe Oktober 2019 | Friedenskämpfer

Cover des BISS-Magazins Oktober 2019

Thema | Poesie des Widerstands |Für eine friedlichere Welt kämpfen in München viele:  zum Beispiel Konstantin Wecker mit seinen Lieder, die Seniorpartner in Schulen und MitarbeiterInnen in Frauenhäusern | 6 Konfliktlösung in Schulen: Senioren unterstützen Schüler und Schülerinnen bei Streitigkeiten | 12 Kinder in Frauenhäusern: zwischen Schutz vor Gewalt und Einschränkungen | 16 Poetisch und politisch: Konstantin Wecker im Interview | 22 Finanzwirtschaft: Warum wir eine Wende brauchen | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde & Gönner | 28 Rückblick mit Ausblick | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen

Heimatlos behütet

Garten, Spielhaus, keine Gewalt. Kinder, die in Frauenhäusern aufwachsen, haben einen schweren Rucksack zu tragen. Sie sind zwar endlich in Sicherheit, aber ohne Freiräume

Von CAROLINE VON EICHHORN Illustration CHARLOTTE FU

Wenn Max*, neun Jahre alt, von der Schule kommt, nimmt er keine Mitschüler mit zu sich nach Hause. Im Gegenteil: Er geht lieber mit zu ihnen. Zu denen, die ein richtiges Zuhause haben. Denn Max lebt in einem Frauenhaus, in einem 20 Quadratmeter großen Zimmer, mit seiner Mutter Natalia*, 37, und seiner kleinen Schwester Emma*, zwei Jahre. Max’ Vater ist Alkoholiker. Er beleidigte seine Frau und seine Kinder. Als er anfing, Max’ Mutter zu schlagen, rief sie die Polizei. Das war vor drei Monaten. Natalia, Max und Emma hatten ein Riesenglück, dass sie sofort in das Frauenhaus einziehen konnten. Doch für Max ist es auch ein Stigma, hier zu leben, auf beengtem Raum, ohne Rückzugsmöglichkeiten. Frauenhäuser bieten misshandelten Frauen und deren Kindern – neben Beratung und Unterstützung – vor allem Schutz und Unterkunft zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die ersten deutschen Frauenhäuser öffneten 1976 in Köln und Berlin. Mittlerweile wachsen in Deutschland je – des Jahr etwa 16.000 Kinder in Frauenhäusern auf. Manche bleiben nur ein paar Wochen, andere mehr als ein Jahr. Sie sind nur die Spitze des Eisbergs der Kinder, die häusliche Gewalt erleben, schätzen Experten. Jede vierte Frau erlebt in ihrem Leben häusliche Gewalt – so die Statistik. Und meist auch etliche Kinder. „Wenn sie kommen, haben die Kinder einen schweren Rucksack zu tragen“, sagt Adina Schnabel, die als Sozialpädagogin im Haus für die Kinder zuständig ist. Fast alle haben Gewalt gesehen, viele sie am eigenen Leib erfahren. Von außen ahnt man nicht, dass das Frauenhaus, in dem Max derzeit wohnt, kein eigentliches Zuhause ist.

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Urlaub in Kroatien

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

VON Dalibor Cacuga Andrea Schönle

Wir sind im Mai zusammen im Urlaub gewesen. Es war unser erster gemeinsamer Urlaub. Am liebsten wären wir gar nicht mehr zurückgekommen. Wir waren 14 Tage weg, mit einem geliehenen Wohnmobil. Unterwegs waren wir zu dritt, noch mit meinem Mann, der ist gefahren. Wir kennen uns vom BISS-Verkaufen und sind gute Freunde geworden. Nachts sind wir losgefahren, erst durch Österreich, dann durch Slowenien. Es ist eine etwas kurvige Strecke, aber wir haben uns immer auf unser Navigationsgerät verlassen. Als wir ankamen, war es schon hell. Unser Ziel war ein Campingplatz bei Zadar, den hatten wir im Internet gefunden. Wir haben unser Wohnmobil aufgestellt und sind erst mal einkaufen gegangen. Während des Urlaubs waren wir mal auf einem Campingplatz, mal sind wir rumgefahren. Ans Meer konnte man nicht, dafür war es zu kalt. Aber wir haben Nin angeschaut, Krk angeschaut und in Zadar den Fischmarkt. Dort gibt es eine schöne Altstadt, man kann eigentlich Bootsfahrten machen, aber die Saison war noch nicht losgegangen. Die Leute waren nett und sehr hilfsbereit. Wir sind viel essen gegangen, haben Pizza, Tintenfisch und Schwertfisch gegessen. Der war ein bisschen ungewohnt und bitter. Aber es war frischer Fisch und er war lecker. Wir haben auch am Campingplatz gegrillt, Fisch und Fleisch. Einmal haben wir auch im Wohnmobil gekocht, Carbonara gab es. Es war toll: Die salzhaltige Luft, man geht raus aus dem Wohnmobil, hat sofort frische Luft und den Blick aufs Meer. Und wir haben uns alle gut verstanden, sind abends spazieren gegangen. Anfangs hatten wir noch schönes Wetter, am Abend fing es aber dann auch an, schlecht zu werden. In den folgenden Tagen kamen ein paar Stürme, da hat alles gewackelt und es sind sogar Wohnmobile umgestürzt. Wir waren dann viel im Wohnmobil, haben Karten gespielt, Poker. Am vierten Tag, als es wieder sonnig war, kamen die Betreiber des Campingplatzes und haben uns Schnaps angeboten. Wir haben viele nette Bekanntschaften auf dem Campingplatz geschlossen. Es gibt sogar Camper, die wohnen da! Wenn wir gekonnt hätten, wären wir auch dageblieben. Bevor wir gefahren sind, haben wir andere Campingplätze angeschaut, um zu gucken, wo wir das nächste Mal hinfahren. Bevor wir gefahren sind, mussten wir alles wieder einräumen. Die Rückfahrt haben wir gegen zwölf Uhr Mittag angetreten. Kaum waren wir hier angekommen, hatten wir schon wieder Fernweh. Nächstes Jahr geht es auf jeden Fall wieder nach Kroatien, hoffentlich wieder mit dem Wohnmobil.