Wenn es so weit ist

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Tibor Adamec

Es ist mir ein Anliegen, meinen Kunden und Kundinnen, die mich oft schon sehr lange kennen, zu erzählen, dass, wenn ich sterbe, meine Beerdigung von BISS geregelt wird. Bereits vor fünf Jahren habe ich eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen. Die kann jeder Verkäufer abschließen, sofern er schon fünf Jahre lang angestellt ist. Dort zahlt BISS für mich den Versicherungsbeitrag ein. Es gibt ein Ehepaar, das jedes Jahr den jährlichen Versicherungsbeitrag für die Verkäufer finanziert, die diese Versicherung abgeschlossen haben. Wenn ich sterbe, kommt die Versicherung für meine Beisetzungskosten auf. BISS organisiert alles so, wie ich es vorab schriftlich festgelegt habe, also welche Blumen ich möchte, welche Musik, welcher Priester kommen soll oder in welches Grab mein Leichnam soll. Bei mir wird es die BISS-Grabstätte am Ostfriedhof sein. Viele der BISS-Verkäufer haben so eine Vereinbarung, sodass ich schon bei einigen Trauerfeiern dabei war. Mittlerweile sind es schon so viele geworden, die in der Grabstätte beigesetzt werden wollten, dass eine Erdbestattung gar nicht mehr möglich ist, nur noch Urnenbeisetzungen. Ich bin nie richtig krank gewesen, hatte keine organischen Erkrankungen, nur einige Altersbeschwerden. Manche sagen, dass ich bestimmt 100 Jahre alt werde, und mein Hausarzt meinte neulich: „Sie sind für Ihr Alter kerngesund.“ Aber man weiß nie, wie lange man noch tatsächlich da ist. Ich bin immer schon so gewesen, dass ich die Dinge gern geregelt habe und nichts hinausschieben wollte. Meine Mutter hatte einen schrecklichen Tod. Sie hatte Gebärmutterkrebs und viele Schmerzen. So hoffe ich nicht zu sterben, sondern lieber schlafen gehen und dann nicht mehr aufwachen. Und wenn es so weit ist, ist alles geregelt. Wenn ein Ende gut ist, dann ist alles gut.