Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben

Protokoll: CHRISTINE AUERBACH UND FELICITAS WILKE

Illustration: Martin Fengel;
Foto: Barbara Donaubauer

AUTOS REPARIEREN

WALDEMAR NIKLAUS: Ich habe schon immer an Autos geschraubt. Mit Familie Wojtek bin ich seit über zehn Jahren befreundet. Ein- bis zweimal pro Woche komme ich in die Werkstatt und darf dort umsonst oder für wenig Geld mein Auto reparieren. Angefangen hat es mit dem Sohn der Familie. Er ist mein Nachbar und hat mich zu seinem Vater in die Werkstatt mitgenommen.

Marek Wojtek, Automechaniker, und BISS-Verkäufer am Odeonsplatz Waldemar Niklaus

MAREK WOJTEK: Ich komme ursprünglich aus Polen, bin aber seit 39 Jahren in Deutschland. Zunächst habe ich als Angestellter gearbeitet, seit 21 Jahren habe ich meine eigene Werkstatt. Mit Herrn Niklaus unterhalte ich mich immer auf Polnisch.

WN: Das spreche ich, weil ich einmal Freunde aus Polen hatte. Ursprünglich bin ich aus Kirgistan.

MW: Ich gebe ihm Tipps, wenn er mal nicht weiterkommt mit seinem Volvo. Ich selbst fahre einen Audi. Ich würde gar nicht unbedingt sagen, dass Autos meine Leidenschaft sind, aber sie gehören eben seit vielen Jahren zu meinem Beruf.

WN: Bei den alten Autos war das Reparieren noch leichter – jetzt braucht man immer einen Computer, um die Fehler zu finden, und sehr viel Spezialwerkzeug. Jede Schraube hat ihren eigenen Schlüssel! Für mich ist es super, dass ich in der Werkstatt, so viel es geht, selbst reparieren kann. Dann muss ich weniger bezahlen und weiß außerdem, dass das Auto danach fährt  – schließlich habe ich jedes Teil selbst ausgewechselt und eingebaut! Meinen Volvo kenne ich inzwischen in- und auswendig.