Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben.

Brot

Protokoll FELICITAS WILKE

Illustration: Martin Fengel

Foto: Hannes Rohrer

FAHIMA TOKHI: Ich habe in meinem Heimatland Afghanistan als Lehrerin gearbeitet, aber auch schon immer gern gebacken – für meinen Mann, unsere fünf Kinder, für große Feste. Vor 22 Jahren sind wir vor dem Krieg nach Deutschland geflohen. Über eine Berufsintegrationsmaßnahme bin ich ins Café Netzwerk gekommen. Hier ist das Backen Teil meiner Arbeit.

Ludwig Neulinger, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei und Fahima Tokhi, Mitarbeiterin in der Küche des Café Netzwerk

LUDWIG NEULINGER: Ich komme aus einem Dorf in der Nähe von Landshut und stand schon als kleiner Bub gern in der Backstube meiner Eltern. Es war für mich klar, dass ich Bäcker lerne. Später bin ich nach München gegangen und habe heute fünf Geschäfte in der Stadt.

FT: Ich bin im Café Netzwerk dafür zuständig, die Brötchen für unsere Hamburger zu backen. Ich mache aber auch viele Brote und gefüllte Teigtaschen aus meiner Heimat: Fladenbrot, Bolani, Mantu, Ashak und süße Teilchen wie Elefantenohren.

LN: Die kenne ich gar nicht. Was ist da drin?

FT: Mehl, Eier, Backpulver, Öl und Milch. Der Teig wird in Fett gebraten und mit Puderzucker, Kardamom und Pistazien bestreut.

LN: Das klingt gut! Für mich macht gutes Brot aus, dass es schmeckt, aus biologischen Zutaten hergestellt wird und dass auch die Bauern und meine Mitarbeiter fair für ihre Arbeit bezahlt werden. Am besten schmeckt mir unser „Genetztes“, ein klassisches Weizenmischbrot.

FT: Und ich mag am liebsten Fladenbrot – ganz pur, mit einem Glas Milch dazu.