Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben

DER HAMBURGER MICHEL

Protokoll: Felicitas Wilke

Foto: Barbara Donaubauer

Illustration: Martin Fengel

DIRK SCHUCHARDT: Wir kennen uns seit 25 Jahren. Früher haben wir beide in Hamburg gelebt und dort die Straßenzeitung „Hinz&Kunzt“ verkauft, die wie die BISS seit 1993 besteht.

Dirk Schuchardt, BISS-Verkäufer und und Olaf Schad, BISS-Verkäufer

OLAF SCHAD: Jeden Sonntag standen wir zu zweit vor dem Michel, der größten Kirche der Stadt, und verkauften unsere Zeitungen. Das Geschäft brummte!

DS: Die Gemeinde nahm uns sehr freundlich auf. Eine Dame aus dem Kirchenvorstand sorgte dafür, dass der Pastor uns „abkündigte“ – das klingt nach Rauswurf, steht aber für einen Hinweis zum Ende des Gottesdienstes, dass wir vor der Kirche stehen.

OS: Irgendwann gehörten wir zum Inventar der Kirche. Wir durften sogar das Turmzimmer über der Aussichtsplattform besuchen, wo sonst fast niemand hindarf.

DS: Wir zwei waren nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde. Dann gingen unsere Ehen in die Brüche und wir verließen beide Hamburg. Mich verschlug es nach München.

OS: Und mich nach Duisburg, wo ich in einem Stahlwerk arbeitete. Als das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ging, zog ich der Liebe wegen nach Aachen. Seit März bin ich in München, um nach der Trennung neu anzufangen. Dirk hat mir den Job bei der BISS vermittelt und gewährt mir Unterschlupf, bis ich ein eigenes Zimmer finde.

DS: Jetzt verkaufen wir wieder am gleichen Ort, wenn auch an verschiedenen Verkaufsstellen.