Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben.

DIE BISS-STADTFÜHRUNGEN

Protokoll: Lea Hampel

Illustration: Martin Fengel

Foto: Barbara Donaubauer

ASTRID BENDA: Zu Dynamo bin ich 2009 gekommen. Ich las die Anzeige und war gleich neugierig auf die Arbeit, weil ich etwas Handwerkliches und Sozialarbeit verbinden wollte. Als Radlerin fand ich die Arbeit mit Fahrrädern spannend. Und irgendwann kamen dann auch die BISS-Stadtführungen dazu.

Torsten Dunkel, Fahrradmechaniker, Dynamo Fahrradservice BISS e. V. und Astrid Benda, Sozialpädagogin, Dynamo Fahrradservice BISS e.V

TORSTEN DUNKEL: Ich bin 2015 zu Dynamo gekommen, das hat mir die Betreuerin von der Wohneinrichtung vermittelt. Mir macht an der Arbeit generell alles Spaß, der Betrieb ist toll, das Arbeitsklima super. Dass ich jetzt auch ein wenig über diese Arbeit und mein Leben spreche, dazu hat mich Frau Benda überredet.

AB: Ich versuche immer wieder, einzelne unserer Mitarbeiter darin zu bestärken, von sich zu erzählen.

TD: Anfangs war ich aufgeregt, wenn ich vor den Leuten, die an den Führungen teilgenommen haben, über mein Leben sprechen sollte – eigentlich bin ich das immer noch jedes Mal. Aber ich bin von Führung zu Führung offener geworden.

AB: Es ist wichtig, dass die Menschen sehen, dass jemand, der arbeitslos war oder ist, kein fauler Mensch ist. Sondern dass dahinter Schicksale stecken und dass viele Menschen arbeiten wollen. Manchmal bremse ich ihn trotzdem, wenn er spricht.

TD: Wenn ich mich wohlfühle, erzähle ich auch von meiner Kindheit bei Pflegeeltern und im Kinderdorf und von meinem früheren Alkoholproblem. Und wenn es vorbei ist, bin ich oft froh – und freu mich, bald nach Hause zu meinem Hund Cheyenne zu kommen.