Wählen? Unbedingt!

Karin Lohr, Geschäftsführung; Foto: Sacha Kletzsch

Zuerst hab ich es gar nicht glauben wollen, dass nur 42 Prozent der Münchner Wahlberechtigten bei der letzten Kommunalwahl, 2014, ihre Stimme abgegeben haben! Schließlich dürfen alle Personen wählen, die die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit haben, am Wahltag 18 Jahre alt sind und seit mindestens zwei Monaten ihren Hauptwohnsitz in München haben oder sich mit dem Schwerpunkt ihrer Lebensbeziehungen in München aufhalten. Von den BISS-Verkäufern erfüllen fast alle diese Voraussetzungen, trotzdem liegen für sie, wie für viele andere Menschen, die im Leben Armut und Benachteiligung erfahren haben, die Hürden, sich zu beteiligen, besonders hoch. Manchmal liegt das an fehlenden Deutsch- und Ortskenntnissen. Noch stärker wiegt, dass benachteiligte Menschen es nicht wagen, ihnen zustehende Rechte einzufordern und wahrzunehmen. Wir BISSler haben uns für die kommende Kommunalwahl am 15. März zum Ziel gesetzt, so viele Verkäufer wie möglich zu motivieren, zur Wahl zu gehen. Von der Europawahl wissen wir, dass das nicht mit einem Aufruf allein getan ist, sondern dass man das mit langem Vorlauf anschaulich gestalten muss. So ist im Büro in der Metzstraße eine Tafel mit den wichtigsten Informationen und Musterdokumenten aufgestellt, mit deren Hilfe man alle Verkäufer, die ins Büro kommen, direkt ansprechen kann. Und wir wollen natürlich gute Stimmung machen und zeigen, dass Wählen keine schwere Last ist, sondern Spaß machen kann. Wir haben für die Verkäufer, die glaubwürdig versichern, dass sie am 15. März bei der Kommunalwahl mit abgestimmt haben, einen Preis ausgelobt: eine Reise für zwei Personen in einen bayerischen Ort der Wahl, An- und Abreise mit der Bahn sowie zwei Übernachtungen mit Frühstück in einem schönen Hotel. Ich bin schon gespannt darauf, wer gewinnt und wohin die Reise geht – vielleicht nach Aschaffenburg, oder gar nach Zwiesel? Welcher Partei und welchem Kandidaten jemand seine Stimme gibt, bleibt selbstverständlich ihm überlassen. Wir BISSler setzen darauf, dass die Wähler eine Vorstellung davon haben, welche demokratischen Parteien für eine Gesellschaft eintreten, in der auch die Schwächeren einen lebenswerten Platz finden. Und dass sie diejenigen Politikerinnen und Politiker wählen, die sich dafür einsetzen, dass wieder mehr kluge Kinder aus einfachen Verhältnissen auf höhere Schulen gehen. Eine Politik, die natürlich das Eigentum der Menschen schützt und trotzdem verhindert, dass Spekulanten sich auf Kosten der Schwächeren bereichern. Ich bin da zuversichtlich, dass die Münchner Stadtgesellschaft und auch die anderen Bayern am 15. März eine gute Wahl treffen werden!

Herzlichst

Karin Lohr, Geschäftsführerin