Offene Behindertenarbeit

Die OBA macht Kultur- und Sport-Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Insgesamt etwa 13.000 Menschen in München und Oberbayern nutzen die Angebote im Jahr. Es gibt Konzerte, Partys, Ausflüge, Seniorentreffen, Sportveranstaltungen, Bildungs- und Beratungsangebote. Das Kult9 im Löhe-Haus von der OBA veranstaltet etwa 35 Konzerte im Jahr.

Oliver Gründel ist Diakon und leitet die OBA im Löhe-Haus. Er sagt: „Es sollte auch den Mindestlohn in den Werkstätten geben.“ Denn bisher verdienen Menschen mit Behinderung in einer Werkstatt nur etwa 250 Euro im Monat. Damit kann man in München nicht ins Theater oder in ein Konzert gehen. Oder andere Veranstaltungen besuchen.

Die Veranstaltungen von der OBA kosten nichts oder nur wenig. Die OBA bekommt Geld vom Bezirk Oberbayern. Das Kult9 im Löhe-Haus ist ein Stadtteilzentrum und bekommt Geld von der Stadt München. Oliver Gründel sagt aber auch: „Wir könnten das hier gar nicht alles machen, wenn wir die ehrenamtlichen Mitarbeitenden nicht hätten.“

Die Sport-Angebote von der OBA werden von dem OBA-Team, Vereinen und Ehrenamtlichen betreut. Jens Fülle ist Sport-Pädagoge und leitet das Projekt „Sport verein(t)“. Das Projekt arbeitet eng mit Sport-Vereinen aus der Region München zusammen und vermittelt Sportler*innen mit Behinderung an die Vereine. Jens Fülle sagt:

Sport ist eine gute Möglichkeit, Vorurteile auf spielerische Weise abzubauen. Denn Menschen ohne Behinderung haben immer noch Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung. Jens Fülle sagt: „Das ist ganz normal. Wenn man in der Familie oder im Freundeskreis keine Person mit Behinderung hat, dann ist man erst einmal unsicher, wie man sich verhalten soll.“ Jens Fülle hat schon während seines Studiums in einer Wohn-Gemeinschaft mit Menschen mit und ohne Behinderung gewohnt. Er sagt: „Es geht auch nicht darum, dass man besonders sportlich ist. Wichtig ist, dass man Spaß hat, mit anderen zusammenkommt und etwas für die Gesundheit tut.“

Zum Beispiel hatte ein Fußballspieler von der OBA immer Angst vor dem Ball und war immer lieber am Rand vom Fußballplatz. Für ihn war es aber wichtig, das Trikot zu tragen und zum Team zu gehören.

Jens Fülle arbeitet seit 21 Jahren mit Menschen mit Behinderung. Was treibt ihn an? Er sagt:

Auch die anderen Angebote der OBA, die Konzerte und Partynächte haben diese Leichtigkeit und sind sehr beliebt.

Horst Kunzmann sagt: „Abends bin ich am liebsten unterwegs.“ Er lebt in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Dort fehlt ihm abends der Trubel. Nach seinem Arbeitstag in einer Werkstatt braucht er Abwechslung. Er geht gerne essen, gern auch ein Bier trinken. Er möchte nicht nur in seinem Zimmer sitzen. Er geht gerne zu den Partys im Kult9. Da kommen Menschen mit und ohne Behinderung aus dem ganzen Stadtgebiet, um miteinander zu feiern. Horst Kunzmann sagt lachend: „Je mehr gefeiert wird, desto besser ist das für mich.“ Und er sagt glücklich: „Mein Herz hängt sehr an der OBA.“

Mehr Infos zur OBA, auch in Einfacher Sprache: https://www.oba-muenchen.de/

Original-Text von Leon Scheffold

Zusammenfassung in Einfacher Sprache von Verena Reinhard, www.einfachverstehen.de