
Neulich sprach mich in einer Haidhauser Apotheke eine Frau an. Sie hielt ein aktuelles BISS-Magazin in einer durchsichtigen Dokumentenhülle in der Hand: „Ich sammle Spenden für die BISS-Suppenküche.“ DieDame war gut gekleidet, mittleren Alters und sprach fast akzentfrei Deutsch. Nun weiß ich natürlich, dass BISS erstens keine Suppenküche betreibt und zweitens überhaupt keine Spenden auf der Straße sammelt. Mir stand also eine dreiste Betrügerin gegenüber, der ich mich nicht gleich zu erkennen gab, weil ich mehr aus erster Hand über diese miese Masche erfahren wollte. Auf meine Nachfrage hin zeigte sie mir einen Ausweis, auf dem „Free Streetworker – Vertrieb einer Straßenzeitung“ mit einer Adresse in Darmstadt stand. Im Internet finden sich viele warnende Hinweise dazu, unter anderem, dass die Ordnungsämter in Darmstadt und Rheinland-Pfalz gegen diese Betrügereien längst eingeschritten sind. Das schreckt sie jedoch nicht ab, denn sie versuchen weiterhin, auf Märkten oder in Straßencafés, gut meinende Menschen übers Ohr zu hauen. In München missbrauchen sie dafür die BISS, denn sie wissen, dass wir für seriöse und gute Arbeit stehen. Wahlweise nennen sie andere, ebenfalls seriöse Münchner Organisationen, für die sie angeblich „sammeln“, vorzugsweise für die Suppenküche, die Bahnhofsmission oder die Tafel. Mit dem Verkauf unseres Magazins durch die über 100 Verkäuferinnen und Verkäufer in München hat diese Betrugsmasche rein gar nichts zu tun. Unsere Verkäufer tragen ihren Verkäuferausweis und die aktuelle Verkaufsgenehmigung der Landeshauptstadt München bei sich. Sollte ein Verkäufer mal seinen Verkaufsausweis vergessen haben, fragen Sie freundlich nach. BISS ist eine anerkannt gemeinnützige Organisation, das ist die Voraussetzung dafür, dass man überhaupt Spenden annehmen darf. Deren korrekte Verwendung wird jährlich vom zuständigen Finanzamt überprüft. Und wir leisten eine intensive Sozialarbeit vor Ort auf der Straße. Sollte Sie also eine Person mit einer BISS in der Hand um eine „Spende“ anhauen, halten Sie am besten Ausschau nach Unterstützung durch das Ordnungsamt oder die Polizei. Als ich mit der Betrügerin zusammentraf, war leider niemand zu sehen. Sie reagierte auch zunehmend unwirsch auf meine Fragen und hat mich dann stehen lassen. Ich bin ihr noch nachgegangen und habe sehen können, wie sie sich hinter einem Wahlplakat versteckt hat, bevor sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Diese Betrugsmasche ist doppelt gemein, denn sie schädigt die wohlmeinenden Spender und unsere aufrichtigen Verkäuferinnen und Verkäufer gleichermaßen. Danke dafür, dass Sie die BISS kaufen, und schauen Sie ruhig genau hin, wem Sie Ihr Vertrauen schenken.
Herzlichst

Karin Lohr, Geschäftsführerin