Was uns verbindet

In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben

DIE SECHZGER

Protokoll: Lea Hampel

Illustration: Martin Fengel

Foto: Barbara Donaubauer

HELMUT WEYER: Wir haben uns in den frühen 1980er-Jahren kennengelernt. Damals waren wir bei der Bundespost, im Bahnpostbegleitdienst. Wir haben Postsäcke ein- und ausgeladen, ein Knochenjob. Weil wir Löwen-Fans sind, hatten wir uns immer was zu erzählen! Wir sind viel ins Stadion gegangen und auf Auswärtsfahrten. Als die in der zweiten Liga waren, hatten wir Jahreskarten nebeneinander. Das schönste Spiel war, als wir gegen Nürnberg gewinnen mussten, um nicht vorzeitig abzusteigen. Da sind wir mit gemischten Gefühlen zur Allianz Arena gefahren – und als wir 3 : 1 gewonnen haben, hat das irrsinnig Spaß gemacht.

Helmut Weyer, 1860-Fan, und Ernst Köppel, BISS-Verkäufer

ERNST KÖPPEL: Die Sechzger-Fans sind eine Gemeinschaft. Wir haben nicht so viele auswärtige Fans wie beim FC Bayern, man sieht sich viel und geht anständig miteinander um.

HW: Na ja, und als Sechzger-Fan ist das einfach Teil des Lebens, egal, ob wir grad oben sind oder unten. Einmal Löwe, immer Löwe.

EK: Momentan ist es schwierig mit Stadionbesuchen. Wenn Spiele sind, arbeite ich oft, weil die in der Regionalliga häufig an Wochentagen sind. Und es gibt nur noch 15.000 Plätze, Sitzplätze sind schnell ausverkauft.

HW: Wir sind ja nicht mehr die Rüstigsten, wir brauchen die – aber wir haben schon bei Minustemperaturen gelitten.

EK: Und bei Nebel.

HW: Jedenfalls: Allein mag ich auch nicht gehen. Aber wir schauen oft auch Spiele zusammen im Fernsehen an. Unsere Freundschaft reicht aber weiter: Brauche ich Hilfe, kann ich mich auf den Ernsti verlassen.

EK: Mir geht es genauso.