
Mit dem Erscheinen unserer Septemberausgabe geht für die meisten unserer Verkäuferinnen und Verkäufer der Sommer und ihr Urlaub zu Ende. Bei unserem monatlichen Treffen mit gemeinsamem Frühstück sehen wir uns wieder, es gibt viel zu erzählen und das neue Heft wird vorgestellt. Das Titelbild zeigt eine Ansicht von München, die jeder kennt: die Frauenkirche mit ihren Türmen und davor das Münchner Oktoberfest, das dieses Jahr am 20. September beginnt. Die meisten BISSler mögen die Wiesn, es rührt sich was in der Stadt, und es sind mehr Leute als sonst unterwegs, die das Magazin kaufen können. Außerdem gibt es bei BISS, wie man das von anderen traditionsreichen Firmen kennt, ein Wiesngeld für die Beschäftigten, denn so ein knuspriges Hendl oder so einen feinen Steckerlfisch muss man sich ja leisten können. Diese Ausgabe, die von außen so leichtfüßig und gut gelaunt daherkommt, ist ein Heft, in dem Menschen zu Wort kommen, deren normales Leben durch Krieg und Gewalt von einer Sekunde zur nächsten zu Ende war. Robert Höckmayr erzählt, wie er am 26. September 1980 bei dem Oktoberfest-Attentat zwei Geschwister verlor und jahrelang darum kämpfte, als Opfer rechter Gewalt anerkannt zu werden (S. 20 bis S. 23). Bis heute wirft man Behörden vor, auf dem rechten Auge blind zu sein und den Terror rechter Täter und ihrer Netzwerke zu verharmlosen. Wenn in Deutschland zunehmend Menschen angemacht und bedroht werden, weil sie aufgrund ihrer Hautfarbe oder äußeren Erscheinung vermeintlich anders ausschauen, dann dürfen wir das nicht hinnehmen. Im Alltag müssen wir Zivilcourage zeigen, den Betroffenen in der Situation beistehen und Hilfe holen. Unterstützung leisten müssen auch die Personen, deren Stimmen in der Öffentlichkeit gehört werden, aus Politik und Wirtschaft. Wo bleiben die klaren Statements gegen Rassismus und rechten Terror von den Unternehmen und Organisationen, die sich sonst auch zu Wort melden, beispielsweise den Automobilkonzernen wie BMW und Audi, Arbeitgebervereinigungen, Bauernverband, Haus- und Grundbesitzervereinen sowie Hotel- und Gaststättenverbänden? Was sagen milliardenschwere Firmen wie Aldi und Lidl? Letztendlich geht es um unser demokratisches und freies Deutschland, das viel mehr als ein profitabler Standort zum Geldverdienen ist. Es ist ein guter Platz zum Leben und – alte und neue – Heimat für viele. Die Wiesn zeigt das im Kleinen, aber auch, wie zerbrechlich so ein Ort ist.
Herzlichst

Karin Lohr, Geschäftsführerin