Was uns verbindet

IN DER BISS-KOLUMNE KOMMEN MENSCHEN ZU WORT, DIE EINE PERSÖN LICHE ERFAHRUNG ODER IHR INTERESSE AN EINEM THEMA ODER PROJEKT VERBINDET. IN DER BEGEGNUNG ZEIGT SICH, DASS MENSCHEN TROTZ UNTERSCHIEDLICHER LEBENSLAGEN, ÜBERZEUGUNGEN UND PERSÖNLICHKEITEN IMMER AUCH ETWAS GEMEINSAM HABEN

Protokoll CHRISTOPH GURK

DANIEL FISCHER, 38, ZWEIRADMECHANIKER BEI DYNAMO

ROSAMUNDE BAUER (36), NÄHERIN BEI PULPO

SAM MONTAG (41), MITARBEITERIN BEI PULPO, DOLMETSCHTE GEBÄRDENSPRACHE

DANIEL FISCHER: Ich fahre gerne Rad. Noch lieber repariere ich sie aber. Nach der Gehörlosenschule habe ich trotzdem Schuhmacher gelernt. Auf der Berufsschule habe ich Rosi kennengelernt: Sie ist auch gehörlos und bald waren wir ein Paar.

ROSAMUNDE BAUER: Ich habe damals eine Ausbildung zur Täschnerin gemacht. Dann kam unser Sohn zur Welt, und danach war es schwer, eine feste Anstellung zu finden. Als es mit Pulpo losging, hat mir mein Mann davon erzählt.

DF: Pulpo kannte ich durch meine Arbeit. Nach meiner Ausbildung fand ich eine Stelle, nach ein paar Jahren schloss der Betrieb aber. Durch die Arbeitsagentur kam ich zum Dynamo Fahrradservice: Gefördert von der Stadt München, arbeiten hier Menschen, die langzeitarbeitslos und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Wir reparieren und richten Fahrräder. Und statt die alten Schläuche wegzuschmeißen, kommen sie zu Pulpo.

RB: Wir gehören zum Netzwerk Geburt und Familie und sind wie Dynamo ein sozialer Betrieb. Wir nähen Taschen und Accessoires aus recycelten Fahrradschläuchen. BISS hat für mich eine Patenschaft übernommen, das gefällt mir!

DF: Ich bin jetzt schon fast zwölf Jahre bei Dynamo, wie die Zeit vergeht. Rosi und ich haben immer mal wieder überlegt, nach Thüringen zurückzugehen, aber da gibt es kein Dynamo und kein Pulpo. Was ich am liebsten mache? Alles! Denn Fahrräder habe ich ja schon immer gern repariert. Und jetzt ist mein Hobby eben mein Beruf.