Was uns verbindet

Protokoll: Christoph Gurk, Illustration: Martin Fengel, Foto: Barbara Donaubauer
In der BISS-Kolumne kommen Menschen zu Wort, die eine persönliche Erfahrung oder ihr Interesse an einem Thema oder Projekt verbindet. In der Begegnung zeigt sich, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenslagen, Überzeugungen und Persönlichkeiten immer auch etwas gemeinsam haben

FAHRRÄDER – UND DIE LIEBE ZUM ESSEN

PETER CWETKO: Angefangen hat alles mit gemeinsamen Mittagessen.
RALF HELM: Wir arbeiten beide bei Dynamo Fahrradservice, einem sozialen Betrieb mit Fahrradwerkstatt und Fahrradladen, der von der Stadt im Rahmen des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms gefördert wird.
PC: Ich zum Beispiel war früher Autohändler, dann wurde ich psychisch krank. Als ich nach acht Monaten Klinik wieder arbeiten wollte, vermittelte mich die Sozialarbeiterin zu Dynamo. Ganz langsam ging es mit mir bergauf, auch dank der Patenschaft, die BISS für mich übernommen hat. Ich habe sogar die Meisterprüfung gemacht, das hat am Anfang niemand für möglich gehalten!
RH: Kurz nach Herrn Cwetko bin auch ich zu Dynamo gekommen. Ich war da schon Zweiradmechaniker, der Job als Betriebsleiter hat mich gereizt.
PC: Wir waren jedenfalls immer gemeinsam Mittag essen, und irgendwann haben wir beschlossen, auch mal nach der Arbeit oder an Feiertagen etwas zu unternehmen.

Ralf Helm, 58, Werkstattleiter bei Dynamo (links), Peter Cwetko, 62, Zweiradmechanikermeister

RH: Wir waren schon zusammen im Museum oder haben eine Flughafentour gemacht …
PC: … und meistens gehen wir dann eben auch noch zusammen essen. Wir mögen beide deftige Gerichte.
RH: Gern bayerische Küche.
PC: Echte Hausmannskost eben, nicht so was wie im „Tantris“ oder Gourmetküche.
RH: Wir waren schon in den unterschiedlichsten Restaurants. Manchmal treffen wir uns aber und kochen auch gemeinsam selbst.