Meine Kindheit mit Tieren

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

VON

Anton „Toni“ Menacher

Ich bin in einem Dorf in der Nähe von Landshut aufgewachsen. Meine Eltern besaßen eine kleine Landwirtschaft. Wir hatten Schweine, Kühe und Hühner. Für uns Kinder war der Umgang mit Tieren darum eine Selbstverständlichkeit. Morgens wurden die Kühe auf die Weide getrieben und abends wieder zurück zum Hof. Es machte mir viel Spaß, dabei zu helfen. Es war für mich ein wunderbares Gefühl, den Kühen dabei zuzusehen, wie sie auf der Weide grasten, oder den Hühnern, wenn sie Körner pickten. Weil sie frei herumliefen, mussten wir später die Eier suchen. Eines meiner schönsten Erlebnisse war für mich die Geburt von Ferkeln. Meine Mutter half ihnen dabei, die Zitzen der Mutter zu finden. Auf unserem Bauernhof lebten auch immer Hunde und Katzen, die auch frei herumliefen und auch mal Ausflüge zu den Nachbarn machten. Das störte niemanden. Es machte mir unwahrscheinlich viel Spaß, mit den Hunden zu spielen, Stöcke zu werfen, die der Hund dann zurückbrachte. Wir hatten einen ganz lieben Mischlingshund namens Maxl, der nach dem Prinzip lebte: Wenn ich Lust habe, höre ich auf eure Befehle – wenn nicht, dann könnt ihr mich mal. Aber keiner konnte ihm lange böse sein. Als meine Großnichte etwa zwei Jahre alt war, spielten sie viel zusammen. Wenn es Maxl zu bunt wurde, lief er einfach davon und meine Nichte mit ihren kurzen Beinchen hinterher. Natürlich wusste ich, dass unsere Schweine und Hühner geschlachtet werden. Das gehörte eben einfach dazu. Aber ich hätte nie dabei zusehen können. Wenn ich heute im Fernsehen Bilder von eingepferchten Hühnern, Schweinen oder Rindern in engen Boxen sehe, kommt mir die blanke Wut. Für mich ist es eine Tierquälerei, wenn Hühner auf engstem Raum zusammengepfercht leben müssen und keinerlei Freiraum für sich haben und nur existieren, um Eier zu legen. Was wird aus der Schöpfung Gottes, wenn nur noch Profitsucht zählt? Ich selbst hatte nie eigene Haustiere, da mir einfach der Platz fehlt und die Zeit, die man für ein Tier braucht. Aber ich genieße es heute noch, im Wald spazieren zu gehen oder im Tierpark Tiere zu beobachten. Auch in der Westernstadt „Fred Rai“ konnte ich stundenlang den Pferden zusehen, wie sie frei über die Wiese galoppierten. Obwohl ich eine schwere Kindheit hatte, weil mein Vater starb, als ich zehn Jahre alt war, und wir kaum Geld hatten, war es für mich auch eine unvergessliche Zeit in der freien Natur mit den wunderbaren Geschöpfen Gottes.