Interview mit der Bavaria und wie es dazu kam

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

Von Georg Sperl

Siloah ist eine Begegnungsstätte für Behinderte und Nichtbehinderte, jeder ist herzlich willkommen. Ich gehe dort manchmal hin, weil ich ehrenamtlich Rollstuhl-Begleitung mache, als Ausgleich zur BISS. Dienstags und freitags gibt es immer Programm, Vorträge, Filme und so weiter. An einem Freitag nach den Weihnachtsferien kamen zwei Damen und hielten einen Vortrag über das Stadtmuseum. Eine hatte dann die Idee, ein Audioguide-Programm mit uns zu machen. Viele waren sofort begeistert, darunter ich. Es war etwas Neues, das Stadtmuseum kannte ich noch nicht, und wir wussten nicht, was auf uns zukam. Der erste Termin war an einem Freitag, alle, die sich angemeldet hatten, waren gekommen, 15 Behinderte und Nichtbehinderte. Gemeinsam produzierten wir sechs Kurzgeschichten, zum Beispiel über die Isar oder die Trambahn. Gleich kam mir der Gedanke, die Bavaria zu interviewen. Aber wie soll das gehen? Ich sammelte Material, schrieb einen fiktiven Text und sprach ihn am Ende beim Bayerischen Rundfunk selber ein, als Außenreporter Georg Sperl. Eine Kollegin aus dem Team gab sich als Bavaria aus. So entstand ein Hörspiel. Drei Monate dauerte die Zusammenarbeit, alle hielten durch, und wir hatten viel Freude. Es war eine wunderbare gemeinschaftliche Produktion. Zu hören ist sie heute im Stadtmuseum in der Ausstellung „Typisch München“.