Schreibwerkstatt – eine Nachlese

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Ercan Uzun

Was mir in meinen 15 Jahren Schreibwerkstatt immer am schwersten gefallen ist, waren die Einleitung und das Thema. Bei diesem Text hier ist das ausnahmsweise einmal nicht so. Die BISS feiert 25-jähriges Jubiläum und ich ziehe Bilanz über all die Zeit, in der ich Texte für die Rubrik Schreibwerkstatt verfasste. Nach sicher mehr als 100 Texten bekommt man doch eine gewisse Sicherheit und ist vor dem Schreiben nicht mehr ganz so aufgeregt. Größtenteils entstanden meine Zeilen in der Redaktion – entweder früher in der Königinstraße oder jetzt in der Metzstraße. Meine „Lehrer“ waren immer wieder andere. Meist lieferte meine Familie Ideen, worüber ich schreiben könnte. Mit Frau und vier Kindern tut sich doch so einiges. Am meisten wurde ich früher kritisiert, als ich über meine Krankheit schrieb, und daher habe ich auch versucht, meine Schwermut nicht zu sehr in meinen Beiträgen wiederzugeben. So verfasste ich Geschichten über Klassentreffen, Ausflüge und Themen, die weder mit meiner Psyche noch mit meiner Familie zu tun hatten. Einmal schrieb ich darüber, wie mir in meiner Kindheit und Jugend und später die Mädchen und Frauen „ein dutzend Körbe“ gegeben haben. Was bei der Entstehung meiner Artikel immer eine Rolle spielte, waren die Jahreszeit, das Wetter und die Stimmung, in der ich mich in dem Moment befand. Dieser Text ist beispielsweise im Hochsommer entstanden und Sie lesen ihn im Herbst, wenn potenziell die ersten Schneeflocken fallen könnten. Mehrmals meldeten sich Leser meiner Schriftstücke per Brief oder E-Mail und äußerten ihre Gedanken oder Anregungen. Im Laufe der Zeit mehrten sich diejenigen, die äußern, sehr gerne zu lesen, was ich in der Rubrik fabriziere. Solange ich für meine Texte ein Echo bekomme, wird mir der Antrieb fürs Schreiben nicht versiegen.