Wie die Skulptur entstand

KUNSTAKTION IM ÖFFENTLICHEN RAUM ZUM 25-JÄHRIGEN JUBILÄUM VON BISS

von Karin Lohr

Wie gut anspruchsvolle Kunst und erstklassiges Handwerk zusammengehen, kann man an der Kooperation der britischen Künstler von Studio Morison und der bayerischen Bauexperten der Firma Xaver Lutzenberger beobachten. Nach den Plänen von Ivan Morison wurden in der Werkstatt in Pfaffenhausen im Unterallgäu insgesamt 1.400 Bauteile aus Holz produziert und zu größeren Elementen zusammenmontiert. Diese Elemente wurden dann straff mit dem silbergrauen, halb transparenten Stoff überzogen. Was sich so einfach anhört, erfordert präzise Vorarbeiten, exakte statische Berechnungen und ein solides Fundament aus Beton, in das vor Ort die Stahlträger verankert werden. Während der Produktion kam Ivan Morison zweimal nach Pfaffenhausen, um mit den Mitarbeitern der Firma Lutzenberger die Konstruktionspläne zu diskutieren, Betonmuster zu besichtigen und später die ersten fertigen Teile in Augenschein zu nehmen. Zwischendurch wurde es noch einmal richtig aufregend, als irrtümlich nicht der bestellte silbergraue Stoff, sondern andersfarbiges Material geliefert wurde. Das konnte den engen Zeitplan trotzdem nicht durcheinanderbringen, und so wird die Skulptur in voller Schönheit diesen Sommer auf dem Wittelsbacherplatz stehen und zur Besichtigung einladen.

 

25 JAHRE BISS: KUNST, KULTUR UND BEGEGNUNGEN

Miet-Spiegel

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Pietro Dorigo

Ich bin immer sehr verärgert, wenn ich von den teuren Mieten höre, die es gerade in vielen Städten wie München, Frankfurt oder Hamburg gibt. Denn ich kann es gut nachvollziehen, was es bedeutet, in Wohnungsnot zu sein oder kurz davor, aus den eigenen vier Wänden herausgeschmissen zu werden. Betroffen sind ja leider vor allem auch alleinerziehende Eltern oder Familien, die nicht so viel Geld haben und sich eben keine teure Miete leisten können. Die Situation wird jedenfalls immer schlimmer und über die Jahre hinweg auch immer dramatischer. Warum? Ich weiß, dass dieses Thema natürlich sehr komplex ist. Aber ich glaube, es liegt auch daran, dass sich einige wenige gierige Spekulanten an den Immobilien in den Städten bereichern wollen und können. Und ich würde mir wünschen, dass diese Art von Spekulation in Zukunft verboten wird und das Recht auf Wohnraum stattdessen ein Grundrecht für alle Menschen wird. Für allzu gierige Spekulanten hätte ich dann noch eine Idee: Ihr könnt von mir aus reich bleiben, weiter spekulieren und sogar auch noch reicher werden! Kauft euch aber doch statt Wohnungen lieber Spiegel, die ihr an eure Wände hängen könnt, außen herum sind sie vielleicht noch verschönert mit Diamanten. In ihnen könntet ihr euch dann betrachten. Und wenn ihr glaubt, es lohnt sich, könntet ihr die Spiegel auch wieder verkaufen, um dann einen anderen, noch größeren, noch schöneren und noch teureren Spiegel zu erstehen. So würde das immer weitergehen. Und während ihr euch in euren Spiegeln bewundert und eure Geschäfte macht, freuen wir uns über unsere günstigen Wohnungen.

In einer Woche soll alles fertig sein

Noch nicht ganz fertig gestellt und doch ist das gesamte BISS-Team bereits im Bann der Skulptur. Fast täglich werden Updates und Bilder ausgetauscht. Wie sieht der Pavillon denn gerade aus? Der Countdown läuft und die Vorfreude auf die bevorstehende Eröffnung ist groß.

Ivan Morison (rechts) von Studio Morison kam in der vergangenen Woche nach München auf die Baustelle von ‘I Will Be With You, Whatever‘. Er besprach mit den Bauarbeitern des Bauunternehmens Lutzenberger, wie sie mit dem Aufbau voran kämen und klärte die letzten ausstehenden Details bezüglich des Lichtkonzepts (von Ingo Maurer), sowie der Werkbeschriftung am Platz mit der Kuratorin des BISS-Jubiläums-Kunstwerks, Dr. Caroline Fuchs. Aktuell ist das Gerüst des Pavillons vollständig errichtet und umringt das Reiterstandbild von Maximilian I. Die stoffbespannten Paneele werden nun nach und nach eingesetzt, was pro Einheit zwischen ein bis drei Stunden dauern kann. Bis Dienstag sollen alle Paneele eingesetzt sein, damit das Licht installiert und die Zugangsrampen errichtet werden können.

 

Das Programm am Eröffnungswochenende:

Am Samstag, 30. Juni,  findet ab 14:00 Uhr die Eröffnung statt.

Sonntag, den 1. Juli, halten wir unsere Verkäufersitzung ab 9:00 Uhr im Café Luitpold schräg gegenüber vom Wittelsbacherplatz ab. Um 11:00 Uhr spielen die Munich Classical Players an der Skulptur ein halbstündiges Konzert und im Anschluss wird Heather Peak Morison von Studio Morion zusammen mit der Kuratorin Dr. Caroline Fuchs und dem Programmkurator Marcel Bleuler im Künstlergespräch den Jubiläums-Pavillon aus Künstlersicht besprechen. Um 13:00 Uhr führt das Studio Morison interessierte Besucher durch und um das Kunstwerk. Gegen 14 Uhr starten die Urban Sketchers Munich den Pavillon zeichnerisch zu erfassen.

 

Fotos: Hans Albrecht Lusznat