BISS-Ausgabe Februar 2017 | Spieltrieb

Cover des BISS-Magazins Februar 2017

Cover des BISS-Magazins Februar 2017

Thema | Spielen und verspielen! Die einen spielen sich um Haus und Hof, andere spielen Lebensgeschichten, und für echte Fans ist der Spielverein wie eine zweite Familie | 6 Glücksspielsucht: Wenn der Spaß am Spiel in den finanziellen Ruin führt| 12 Fußballfan: Wenn der Verein zum  Lebensinhalt wird | 18 Brigitte Hobmeier Im Gespräch über den Film  „Ein Teil von uns“ | 22 Déjà-vu durch Donald Trump: Erfahrungen mit  Republikanern in Chicago |  Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt| 31 Adressen

 

 

 

 

Glücksspielsucht – Zocken ohne Ende

Ab und an Lotto spielen, ein Rubbellos kaufen oder auf ein Pferd setzen, nur so zum Spaß – das ist kein Problem. Aber allein in Bayern sind rund 34.000 Menschen süchtig nach Glücksspielen und zocken Tag und Nacht

TOB_1039_SW[1]

Foto TOBY BINDER
Text  CLAUDIA STEINER

Hektisch blinkende Zahlen, flackernde Lichter, immer schneller werdende Klingeltöne, die einen glauben lassen, man hätte den Jackpot geknackt – selbst wenn nur ein paar Euro­Münzen in den Ausgabeschacht fallen. Geldspielautomaten sind bei Spielsüchtigen besonders beliebt. „In meinen schlimmsten Zeiten habe ich mein Monatsgehalt als Speditionskaufmann in eineinhalb Stunden verspielt“, erzählt Murat* aus München. Spiele an Geldspielautomaten sind schnell, die Geräte sind in der ganzen Stadt zu finden, der Einsatz ist variabel, und durch Fast­Gewinne wird dem Spieler vermittelt, er habe den Gewinn nur ganz knapp verpasst. Der 37 Jahre alte Murat hat jahrelang an den bunten Automaten gehangen wie ein Heroinsüchtiger an der Nadel. Er zockte bis zu zwölf Stunden am Tag, immer in der Hoffnung auf den nächsten Kick, den großen Gewinn: „Wenn ich wusste, heute kommt das Gehalt, war ich richtig aufgeregt, ich hatte ein Kribbeln im Bauch. In der Spielothek ist man mit sich und dem Spiel allein – das ist wie so ein Bündnis.“
Nach Angaben der Landesstelle für Glücksspielsucht in Bayern gibt es im Freistaat rund 34.000 pathologische Spieler, also Spielabhängige, und noch einmal 33.000 Menschen, deren Spielverhalten problematisch ist. „Grundsätzlich kann jeder von Glücksspielsucht betroffen sein, das geht vom Hartz­IV-Empfänger bis zum Manager, aber junge Männer und Personen, die vom Bildungssystem nicht erreicht wurden, sind besonders gefährdet“, so der Geschäftsführer der Landesstelle, Konrad Landgraf. Es (ver)locken nicht nur Geldspielautomaten in Spielhallen und Eckkneipen, sondern auch staatliche Casinos, wo außerdem Roulette und Blackjack geboten werden, Lotto und Toto, Pferderennen, Sportwetten, Online­Poker und mobile Glücksspiele fürs Handy.

Lesen Sie weiter bei »Glücksspielsucht – Zocken ohne Ende«…

BISS-Ausgabe Januar 2017 | Neuanfang

Cover des BISS-Magazins Januar 2017

Cover des BISS-Magazins
Januar 2017

Thema | Neues Jahr neues Glück! Gute Vorsätze, neue Wohnung, neuer Job? Im Januar herrscht Aufbruchstimmung. Und manchmal klappt ein richtiger Neuanfang | 6 Nach dem Knast: Wenn man Türen wieder selbst aufmachen kann | 12 Interview: Psychotherapeut Martin Pröstler erklärt, wie Vorsätze umsetzbar werden | 14 Hoffnung und Hindernis: Junge Flüchtlinge auf dem Weg in eine Zukunft | 18 Die BISS-WG Neustart in den eigenen vier Wänden | 23 Essen ist Heimat: Kroatischer Apfelkuchen aus Dinkas Heimat |  Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Unser Projekt | 31 Adressen

 

 

 

 

 

Die BISS-WG

Der Immobilien- und Wohnungsmarkt in München ist eine prekäre Angelegenheit. Zu wenig bezahlbarer Wohnraum macht es vor allem Bürgern in sozialen Schwierigkeiten sehr schwer, eine Wohnung zu bekommen. Mit einer Wohngemeinschaft will der Verein BISS, unterstützt von der Stiftung BISS, obdachlose BISS-Verkäufer von der Straße holen, mittelfristig wieder in den Wohnungsmarkt und langfristig in die Gesellschaft eingliedern. Die WG ist ein Pilotprojekt und eine Herzensangelegenheit aller verantwortlichen Akteure

_dsc2048_hannesrohrer_sw1

Foto HANNES ROHRER
Text BARBARA OFF

Ende Oktober 2016. Ein prachtvoller, sonniger Herbsttag mit leuchtenden gelben Blättern in der Gartenstadt Solln. Auf dem Klingelschild stehe „BISS“, heißt es in der Wegbeschreibung. Also nicht zu verfehlen. Zwei rumänische BISS-Verkäufer, Vertreter von BISS e. V. und der Stiftung BISS, ein Übersetzer, ein Fotograf und eine Journalistin treffen sich in einer 3-Zimmer-Wohnung in einem der Wohnblocks. Heute ist offizielle Schlüsselübergabe. Die BISS-Verkäufer Ion Plesa und Cuza Dragomir ziehen in die neu gegründete BISS-WG ein – das jüngste Projekt der Stiftung BISS in Zusammenarbeit mit dem BISS e. V.

Lesen Sie weiter bei »Die BISS-WG«…