BISS-Ausgabe Oktober 2018 | Jubiläumsausgabe

Cover des BISS-Magazins Oktober 2018

Thema | BISS-Jubiläumsausgabe | 6 Einfach machen: BISS-Geschäftsführerin Karin Lohr im Gespräch | 10 BISS – Der Film: Wie es für unsere Verkäufer weiterging | 12 Radikal sozial: Grundlagen unserer Arbeit | 13 Grußwort: Dr. Hans-Jochen Vogel ist seit jeher BISS verbunden | 14 Unsere Säulen: BISS und seine Unterstützer | 16 Hotel BISS: Hintergründe und Geschichte | 18 BISS-Jubiläum: Das gefällt unseren Verkäufern | 19 Das BISS-Grab: Seit 13 Jahren gibt es für unsere Verkäufer ein Grab | 20 25 Jahre BISS: Die Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg | 24 Viel zu erzählen: Die Schreibwerkstatt-Macher | 25 Jubiläumsprogramm: „I will be with you, whatever“ | 26 Rückblick mit Ausblick | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 22 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen

Die Geschichte von Hotel BISS

Luxuswohnungen statt Ausbildung. Den Zuschlag für die Immobilie Am Neudeck bekamen Spekulanten

von Hildegard Denninger

Im September 2007 stellte BISS sein Projekt „Hotel BISS“ der Öffentlichkeit in einem Sonderheft vor: Die gemeinnützige und mildtätige Stiftung BISS beabsichtigt, das alte Münchner Frauen- und Jugendgefängnis Am Neudeck unter Einhaltung des Denkmalschutzes und Erhalt des alten Baumbestands in ein Hotel der gehobenen Klasse umzubauen, um damit 40 jungen Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten eine umfassende, erstklassige Ausbildung und Qualifizierung zu ermöglichen. Hotel BISS soll 72 Zimmer haben. In einem separaten Gebäudeteil sollen elf altengerechte Wohnungen im Rahmen eines Konzepts vermietet werden, das die „Zusammenführung der Lebenswelten“ zum Inhalt hat. Die Erfahrungen und die Professionalität der Älteren sollen aktiv für die zu qualifizierenden Jüngeren genutzt werden. Alte und junge, arme und reiche Menschen sollen sich dort begegnen, das denkmalgeschützte Ensemble Am Neudeck soll erhalten werden zur Freude aller Bürger. Das Initiatorenteam – bestehend aus Karin Lohr, damals Geschäftsführerin von Dynamo Fahrradservice BISS e.V., meinem Mann, dem Sozialarbeiter Johannes Denninger, und mir als damaliger BISS-Geschäftsführerin – war überzeugt, mit Hotel BISS ein einzigartiges soziales Projekt verwirklichen zu können, das sich schon ab Eröffnung selbst trägt. Bereits bei einer 60-prozentigen Auslastung des Hotels hätten wir eine schwarze Null geschrieben. Renommierte Wirtschaftsprüfer, Banker und die Geschäftsführer der besten Münchner Hotels bestätigten uns, dass unser Businessplan hieb- und stichfest war, und boten uns vielseitige Unterstützung und Zusammenarbeit an. Die Raiffeisenbank München Süd sagte zu, die alleinige Finanzierung zu übernehmen. Wir waren begeistert von unserem Projekt und mit uns Tausende von Unterstützern und Spendern.

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BISS-Ausgabe September 2018 | Feiern und wählen

Cover des BISS-Magazins September 2018

Thema | BISS-Jubiläum und Wahlen: Diesen Sommer feiern wir zusammen mit den Menschen in der Stadt unser Jubiläum.  Trotz Feierstimmung vergessen wir die bevorstehenden Wahlen nicht | 6 Landtagswahl: Wie funktionieren eigentlich die Wahlen in Bayern? | 10 Iris Berben: Im Interview über Politik und gesellschaftliche Herausforderungen | 14 BISS am Wittelsbacherplatz: Impressionen von unserer großen Eröffnungsfeier und den tollen Veranstaltungen am Platz | 20 Jubiläumsprogramm: Unser Programm für September und Oktober | 22 Neudeck und GBW: Wie die CSU bezahlbaren Wohnraum an Spekulanten verscherbelt hat | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 25 Patenuhren | 28 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

Christlich-Sozialer Wohnungsbau?

 

Die Christlich-Soziale Union (CSU) hat des Öfteren Immobilien aus Beständen des Freistaats an private Investoren verkauft. In zwei prominenten Fällen wurden dadurch entweder soziale Projekte verhindert oder öffentlich geförderter Wohnraum wurde zerstört. Am Neudeck 10, wo einst ein Hotelprojekt der Stiftung BISS zur Ausbildung benachteiligter Jugendlicher geplant war, entstehen nun Luxuswohnungen. Und der Verkauf von 33.000 GBW-Wohnungen an ein privates Käuferkonsortium sorgt bei Opposition und Öffentlichkeit weiter für Ärger. Warum hat sich die CSU gegen die soziale Nutzung entschieden? Bei den politisch Verantwortlichen stößt man mit dieser Frage auf Schweigen.

Von LINUS FREYMARK

Illustration PAULA PAETZEL

Edel sieht es aus im „Löwenbräukeller“ am Stiglmaierplatz. Das Gasthaus ist eine der exklusiveren Locations in München: Die Küche bietet gehobene, mehrgängige Menüs an, und für besondere Anlässe steht den Gästen der „lichtdurchflutete Festsaal“ zur Verfügung, wie es auf der Homepage des Lokals heißt. In genau diesem Raum feierte am 20. Januar dieses Jahres die Christlich-Soziale Union (CSU) ihren traditionellen Schwarz-Weiß-Ball. Zu dem repräsentativen Event hat die Partei Vertreter aus Politik und Wirtschaft eingeladen, man isst und trinkt, zu später Stunde wird getanzt.
Für die 140.000 Euro teure Veranstaltung hat sich die CSU Sponsoren gesucht, darunter einflussreiche Bauunternehmen. Die Unternehmensgruppe Signa etwa spendete 11.000 Euro, die Immobilienfirma Legat Living steuerte 2.000 Euro bei. Beide Unternehmen sind durch politische Entscheidungen der CSU-Staatsregierung an attraktive Immobilien in München gekommen. So erteilte man Signa Anfang 2018 den Zuschlag für die Alte Akademie in der Münchner Innenstadt, die bis dahin im Besitz des Freistaats war. Legat Living dagegen ist seit dem Frühjahr 2017 Eigentümer des ehemaligen Frauengefängnisses Am Neudeck 10 in der Au.
Spätestens durch diese Verbindung reiht sich die Veranstaltung vom Januar ein in das Geflecht aus politisch unsensiblen und schwer nachvollziehbaren Immobilienentscheidungen der von der CSU geführten Staatsregierung. Spricht man darüber mit Politikern, die mit der bayerischen bzw. städtischen Wohnungspolitik vertraut sind, erkennt man schnell: Es gibt die einen, die Fragen dazu gern und ausführlich beantworten. Das ist naturgemäß die Opposition, zu der Thomas Mütze und Brigitte Wolf gehören. Mütze ist Landtagsabgeordneter der Grünen und zudem Mitglied des Haushaltsausschusses im Landtag, Wolf sitzt für die Linke im Münchner Stadtrat. Zurzeit kandidiert sie für den Bayerischen Land- tag. Beide sind scharfe Kritiker der Wohnungspolitik der CSU. Und weil sich von den Christ-Sozialen gegenüber BISS niemand zu den zwei Fällen, um die es hier gehen soll, äußern möchte, werden Mütze und Wolf die Einzigen sein, die in dieser Geschichte zu Wort kommen. Sie werden über die vielleicht bekanntesten beiden Beispiele sprechen, in denen Immobilien aus öffentlichem Besitz durch die politische Entscheidung der CSU an private Investoren verkauft wurden. Das ist zum einen jenes Frauengefängnis, das nun Legat Living gehört und in dem durch den Kurs der CSU eine gemeinnützige Nutzung verhindert wurde. Im anderen Fall, beim Verkauf der 33.000 Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft GBW, hat man die bayernweit 80.000, meist einkommensschwächeren Mieter „im Regen stehen lassen“, wie es Stadträtin Wolf ausdrückt.

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