BISS-Ausgabe November 2018 | Leben und Überleben

Cover des BISS-Magazins November 2018

Thema | Schicksalsschläge überleben | Schicksalsschläge können jeden treffen. Wie aber lebt man nach dem Tod eines Kindes oder einer schweren psychischen Erkrankung weiter? | 6 Betreuungsplatz gesucht: Die Situation der Kinderbetreuung ist auch in München schwierig | 10 Wenn das Kind stirbt: Isabel Schupp im Interview | 14 Psychisch krank und obdachlos: Dr. Günther Rödig betreut psychisch kranke Obdachlose | 18 Jubiläumsrückblick: Sommer 2018 am Wittelsbacher Platz | 25 Ja, ich will: BISS-Verkäufer Dirk Schuchardt traut sich | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen

 

Der Tod: Nehmen wir ihm das Fremde, machen wir seine Bekanntschaft

Isabel Schupp ist Schauspielerin und Sprecherin. Für die Trauergruppe Verwaiste Eltern bietet sie bundesweit Trauerseminare an. In ihre Seminare fließen die Erfahrungen mit ein, die sie durch den Tod ihrer Tochter gemacht hat.

Interview GABRIELA HERPELL mit ISABEL SCHUPP

Illustration LEA HEINRICH

Frau Schupp, Sie haben Ihre Tochter durch eine lange Krankheit begleitet, an der sie nach sechs Jahren gestorben ist. Seitdem arbeiten Sie, neben der Schauspielerei, als Trauerbegleiterin. Haben Sie eine Vorstellung vom Tod? Der Tod ist eine Verwandlung. Es gibt ihn eigentlich nicht, es gibt nur Veränderung. Es ist nicht so, dass wir von nichts zu etwas und dann wieder zu nichts werden, sondern wir sind in einen großen Prozess des Kommens und Gehens eingebunden. Das ist eine Vorstellung aus dem Buddhismus, und sie beinhaltet, dass Leben und Tod zusammengehören. Dass sie die Kehrseite einer Medaille sind – es gibt das eine nicht ohne das andere.

Was ist das Leben für Sie? Es fällt mir schwer, Leben und Tod zu trennen. Leben ist nicht die Vorbereitung auf den Tod. Ich sage nicht, nach dem Leben geht es weiter, sondern ich sage: Leben und Tod sind ein Phänomen, das vor 600 Milliarden Jahren angefangen hat und immer weitergeht.

Haben Sie diese Erkenntnisse durch Ihre eigenen Erfahrungen gewonnen? Wenn ich an meine Tochter oder an meinen eigenen Tod denke, ist Tod auch sehr simpel: Du bist nicht mehr da. Ohne irgendeinen spirituellen Überbau. Das Unmittelbare, dass der Mensch nicht mehr in meinem Leben ist, dass ich ihn nicht mehr in den Arm nehmen kann, ist mit Schmerz verbunden. Und
da ist immer noch viel Widerstand und Fassungslosigkeit. Ich kann weder den Tod meiner Tochter begreifen noch die Vorstellung vom Tod überhaupt. Sie und ich, wie wir jetzt hier sitzen, sind wahrscheinlich in 30 Jahren tot. Das Haus hier wird’s noch geben, den jungen Kellner auch, aber uns nicht mehr, das finde ich echt irre. Und das ist vielleicht ein Grund für mich, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Je mehr ich darüber rede, desto mehr besteht die Möglichkeit, es eines Tages zu begreifen.

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BISS-Ausgabe Oktober 2018 | Jubiläumsausgabe

Cover des BISS-Magazins Oktober 2018

Thema | BISS-Jubiläumsausgabe | 6 Einfach machen: BISS-Geschäftsführerin Karin Lohr im Gespräch | 10 BISS – Der Film: Wie es für unsere Verkäufer weiterging | 12 Radikal sozial: Grundlagen unserer Arbeit | 13 Grußwort: Dr. Hans-Jochen Vogel ist seit jeher BISS verbunden | 14 Unsere Säulen: BISS und seine Unterstützer | 16 Hotel BISS: Hintergründe und Geschichte | 18 BISS-Jubiläum: Das gefällt unseren Verkäufern | 19 Das BISS-Grab: Seit 13 Jahren gibt es für unsere Verkäufer ein Grab | 20 25 Jahre BISS: Die Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg | 24 Viel zu erzählen: Die Schreibwerkstatt-Macher | 25 Jubiläumsprogramm: „I will be with you, whatever“ | 26 Rückblick mit Ausblick | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 22 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen

Die Geschichte von Hotel BISS

Luxuswohnungen statt Ausbildung. Den Zuschlag für die Immobilie Am Neudeck bekamen Spekulanten

von Hildegard Denninger

Im September 2007 stellte BISS sein Projekt „Hotel BISS“ der Öffentlichkeit in einem Sonderheft vor: Die gemeinnützige und mildtätige Stiftung BISS beabsichtigt, das alte Münchner Frauen- und Jugendgefängnis Am Neudeck unter Einhaltung des Denkmalschutzes und Erhalt des alten Baumbestands in ein Hotel der gehobenen Klasse umzubauen, um damit 40 jungen Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten eine umfassende, erstklassige Ausbildung und Qualifizierung zu ermöglichen. Hotel BISS soll 72 Zimmer haben. In einem separaten Gebäudeteil sollen elf altengerechte Wohnungen im Rahmen eines Konzepts vermietet werden, das die „Zusammenführung der Lebenswelten“ zum Inhalt hat. Die Erfahrungen und die Professionalität der Älteren sollen aktiv für die zu qualifizierenden Jüngeren genutzt werden. Alte und junge, arme und reiche Menschen sollen sich dort begegnen, das denkmalgeschützte Ensemble Am Neudeck soll erhalten werden zur Freude aller Bürger. Das Initiatorenteam – bestehend aus Karin Lohr, damals Geschäftsführerin von Dynamo Fahrradservice BISS e.V., meinem Mann, dem Sozialarbeiter Johannes Denninger, und mir als damaliger BISS-Geschäftsführerin – war überzeugt, mit Hotel BISS ein einzigartiges soziales Projekt verwirklichen zu können, das sich schon ab Eröffnung selbst trägt. Bereits bei einer 60-prozentigen Auslastung des Hotels hätten wir eine schwarze Null geschrieben. Renommierte Wirtschaftsprüfer, Banker und die Geschäftsführer der besten Münchner Hotels bestätigten uns, dass unser Businessplan hieb- und stichfest war, und boten uns vielseitige Unterstützung und Zusammenarbeit an. Die Raiffeisenbank München Süd sagte zu, die alleinige Finanzierung zu übernehmen. Wir waren begeistert von unserem Projekt und mit uns Tausende von Unterstützern und Spendern.

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