BISS-Ausgabe April 2018 | Lebensweisen

Cover des BISS-Magazins April 2018

Thema | Lebensweisen: Die Art, wie wir leben wollen oder müssen, ändert sich im Lauf der Zeit. Mit Mut und Unterstützung können wir unsere Lebensphasen aktiv gestalten | 6 Wohnen im Alter Es gibt Alternativen dazu, alleine oder im Pflegeheim zu leben | 12 Dick und ausgegrenzt: Übergewichtige Menschen begegnen vielen Vorurteilen | 14 Sinti und Roma: Seit Generationen am Rande der Gesellschaft | 18 Arm und erschöpft: Prof. Dr. Ronald Lutz im Interview | 20 1. BISS Jugendmedienpreis| Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 27 Freunde und Gönner | 26 Patenuhren | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

Sinti und Roma

Kaum einer Ethnie wird mit so vielen Vorurteilen begegnet wie Sinti und Roma. Unsere Autorin hat in Rumänien studiert und deren Lebensumstände vor Ort kennengelernt

Von AGNES STELZER
Foto HANNES ROHRER

Petru* ist 38 Jahre alt. Er stammt aus Rumänien, ist Rom, also ein Angehöriger der Volksgruppe der Roma, und lebt seit sieben Jahren mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in Deutschland. In seinem Heimatland fand er als Rom kaum Arbeit. Als Helfer auf dem Bau verdiente er 300 Euro im Monat – in Deutschland macht er die gleiche Arbeit und bekommt das Sechsfache. Doch auch davon kann er sich in seiner neuen Heimat gerade eine Einzimmerwohnung für die siebenköpfige Familie leisten. In Rumänien bekam er keine Krankenversicherung, weil er als Rom keinen Arzt fand, der ihm die nötigen Papiere ausgestellt hätte. Hier in Deutschland sind Versicherungsleistungen für angestellte Arbeitnehmer wie ihn selbstverständlich. In Rumänien herrschen auch elf Jahre nach dem EU-Beitritt vielerorts noch Korruption und Polizeiwillkür. Hier in Deutschland, so ist sich Petru sicher, kann er seinen Kindern eine bessere Zukunft mit einem geringeren Maße an Diskriminierung bieten. Wie Petru nahmen seit der EU-Erweiterung im Jahr 2007 Tausende Bulgaren und Rumänen ihr Schicksal in die Hand und zogen in Richtung Westen. Einige von ihnen gehören der größten kulturell­ethnischen Minderheit Europas an – den Sinti und Roma. 6.000 sollen es in München sein, 105.000 in Deutschland – die genauen Zahlen kennt jedoch niemand, da einige aus Angst vor Repressalien verheimlichen, Roma zu sein. Die, die nach Deutschland kommen, erhoffen sich wie Petru bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, mehr gesellschaftliche Anerkennung und nicht zuletzt mehr Unterstützung durch das staatliche Hilfesystem.

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BISS-Ausgabe März 2018 | Was im Busch

Cover des BISS-Magazins März 2018

Thema | Grüner und bunter: Über Projekte, die München grüner, bunter und damit lebenswerter machen | 6 Urban Gardening: Ein Stück Natur inmitten der Stadt | 12 Aller Anfang ist schwer: „Joblinge“ unterstützen Jugendliche beim Berufseinstieg | 16 Tanz unterm Regenbogen: Pflege für Lesben, Schwule und Trans*menschen | 18 Interview mit Siegfried Benker: „Ein Plus für alle“ | 20 Backen für die Seele: Krapfen, Auszogene und viel Zeit für Geschichten | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 24 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 26 Patenuhren | 27 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

 

Starthilfe in den Job

Von KERSTIN GÜNTZEL
Illustration ROBERT NICOL

Die bundesweite Initiative „Joblinge“ verhilft Jugendlichen mit schwierigen Ausgangsbedingungen zur Ausbildung. Rund 70 Prozent der Teilnehmer schaffen so den Sprung ins Arbeitsleben. BISS wollte wissen, wie sich die jungen Leute während des sechsmonatigen Programms verändern, und sprach mit zwei von ihnen am Standort auf der Münchner Praterinsel – am Anfang und am Ende ihrer Zeit bei den „Joblingen“

Deutschland sucht händeringend Azubis. 2016 blieben rund 41.000 Lehrstellen unbesetzt – Höchststand seit zwanzig Jahren. In München sieht es für Lehrlinge noch rosiger aus: „Bewerber in Bayern und Baden-Württemberg haben es tendenziell sehr gut, da gibt es mehr freie Plätze als Bewerber“, sagte Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb) in Bonn dem „Spiegel“. Es muss wohl ganz dumm laufen, wenn man leer ausgeht. Trotzdem gelingt es hierzulande mehr als einer halben Million Jugendlichen nicht, von der Schule in eine Ausbildung zu wechseln. Gründe dafür sind schlechte Noten, Sprachprobleme, Krisen, Drogen und das Aufwachsen in kaputten oder sozial benachteiligten Familien. Genau diesen jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren verhilft die bundesweite Initiative „Joblinge“ – in Kooperation mit der Wirtschaft und der Arbeitsagentur – zu einer Ausbildung. sie bekommen eine eins-zu-eins-Betreuung und einen ehrenamtlichen Mentor zur Seite gestellt. in den ersten sechs Wochen absolvieren die jungen Leute eine Berufsorientierungsphase. Oft hapert es anfangs an alltäglichsten Dingen, zum Beispiel morgens pünktlich da zu sein oder sich bei Krankheit abzumelden. Danach stehen Praktika auf dem Programm, die dank der Kontakte der „Joblinge“ zustande kommen oder die sich die Jugendlichen selbst suchen. meist mündet eines dieser Praktika in eine Ausbildung: die Vermittlungsquote liegt bei 70 Prozent. biss hat zwei von ihnen über mehrere Monate begleitet und mit ihnen und ihren Betreuern am Standort auf der Münchner Praterinsel gesprochen. die Entwicklung hätte unterschiedlicher kaum sein können.

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