BISS-Ausgabe Mai 2017 | Die Welt erkunden

Cover des BISS-Magazins Mai 2017

Thema | Hell und dunkel: Für die einen strahlt im der Mai alles, andere sehen den Frühling nur noch schemenhaft. Und die Kinder gestalten sich die Welt selbst bunt – wenn man sie lässt | 6 Ja, ich will: Hochzeitsplaner erzählen aus ihrem Arbeitsalltag mit unterschiedlichen Kulturen | 10 Kunst für Kinder: Wie vor allem sozial benachteiligte Kinder mit Kunst kreativ und selbstbewusst werden | 18 Langsam blind werden:  BISS-Verkäufer Hans Pütz beschreibt, wie er seinen Alltag mit immer weniger Augenlicht meistert | 22 Big Issue South Africa: Über die Bildungsmisere in Südafrika | 24 Bedingte Hilfe: Warum Spender und Bespendete oft nicht dasselbe wollen | Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 29 Patenuhren | 28 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

 

Ja, ich will

Auf den Münchner Standesämtern hieß es im vergangenen Jahr 4922-mal „Ja, ich will“. Bei mehr als 1500 Paaren hatte einer oder hatten beide Partner ausländische Wurzeln. Wir haben uns umgehört, wie in München geheiratet wird und wohin es Münchner zieht, wenn sie es etwas ungewöhnlicher möchten

Text CHRISTOPH GURK

Ja, i wui! HUBERT „ERDÄPFE
KRAUT“ MITTERMEIER 50, Hochzeitslader, www.erdaepfekraut.de
Vor 120 Jahren war es in Bayern auf dem Land noch nicht so wichtig, dass alle Lesen und Schreiben können. Darum gab es den Hochzeitslader, er ist mit einem mit Bändern geschmückten Stab von Hof zu Hof gegangen und hat einen „Ladspruch“ aufgesagt: „Als Hochzeitslader wohlbekannt, bin ich vom Brautpaar ausgesandt …“ und so weiter. In dem Spruch kamen die Namen des zukünftigen Ehepaars vor, die Namen der eingeladenen Gäste und wann und wo geheiratet wird. Am Ende hat der Brautlader dann mit Kreide einen Brautstrauß an die Tür gemalt und noch mal die wichtigen Daten daruntergeschrieben, dann gab es einen Schnaps, und weiter ging’s zum nächsten Hof. Ich habe vor mehr als 30 Jahren angefangen, als Hochzeitslader und Gstanzlsänger zu arbeiten, erst nebenher, bald ist dann aber ein richtiger Beruf daraus geworden. Damals war das Einladen schon Nebensache, es ging eher um das Organisatorische und die Gstanzln. Denn das sind die anderen Aufgaben des Hochzeitsladers: Während des Festes regelt er den Ablauf, er sorgt dafür, dass die Gäste rechtzeitig zur Kirche kommen, er schaut, dass das Brautpaar fotografiert wird, er regelt, wann es die Torte gibt und wann das „Schenken“ stattfindet. Dabei wird immer ein Gast oder eine Gruppe von Gästen von den Musikanten nach vorne gespielt, dann übergeben sie den Eheleuten ein Geschenk, und der Hochzeitslader singt Gstanzl, Vierzeiler also, die auf die Gäste zugeschnitten sind. Früher gab es von ihnen immer ein Trinkgeld für den Hochzeitslader, je nachdem wie hoch das ausfiel, hat er die Gäste beim Schenken gelobt oder sich über sie lustig gemacht.

Lesen Sie weiter bei »Ja, ich will«…

BISS-Ausgabe April 2017 | Die Welt erkunden

Cover des BISS-Magazins April 2017

Thema | Neue Welten: Vom Gärtnern, Lesen lernen und Welterkunden. Die einen lieben ihre Schrebergartenwelt, andere lernen die Welt der Bücher kennen, Jobnomaden ziehen arbeitend durch die Welt | 6 Ein Stück grünes Glück: Schrebergärten in München | 10 Analphabetismus: Zum Lesen- und Schreibenlernen ist es nie zu spät | 16 Jobnomaden: Vom Weggehen, Unterwegs  – sein und der Sehnsucht, anzukommen | 20 Fastenküche: Die Lust am Verzicht Gespräch  | 24 Radikal sozial: Alle Zweifel über BISS ausgeräumt  | Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 22 BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 27 Patenuhren | 28 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

 

 

Radikal sozial – der Verein BISS e.V. in München

Nach der Anzeige eines ehemaligen Verkäufers der Straßenzeitung hatte die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen aufgenommen. Das Verfahren wurde im Oktober 2016 eingestellt, die Anschuldigungen haben sich als haltlos erwiesen

Von Karin Lohr

Foto: Hannes Rohrer

Lügengeschichten aus dem Internet

Als wir im Sommer 2014 davon hörten, dass ein ehemaliger Verkäufer der Straßenzeitung unwahre Behauptungen über BISS e.V. und aktive Mitarbeiter zu verbreiten versuchte, hat uns das nicht weiter beunruhigt. Wir wissen, dass der Herr ab dieser Zeit unzählige E-Mails an den BISS-Vorstand, Kooperationspartner, andere Straßenzeitungen und Medien verschickte. Auch dass er auf Facebook und anderen Plattformen abwertende Kommentare über BISS und frühere Kollegen und Diffamierungen hinterließ sowie Anzeigen gegen unterschiedlichste Personen androhte, ist uns bekannt. Noch dazu erhielten wir von dem Herrn zahlreiche direkte E-Mails, in denen er BISS-Mitarbeiter beschimpfte. Das ist in Zeiten elektronischer Medien jedoch kein Einzelfall. Auf eine Anzeige unsererseits wegen übler Nachrede haben wir, auch auf Anraten unseres Konsiliarpsychiaters, bewusst verzichtet, da wir dem Herrn ausdrücklich nicht das bieten wollten, was er mit seinem Verhalten erreichen wollte: Aufmerksamkeit und Beachtung. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass sich jeder selbst ein Urteil über den Realitätsgehalt der Behauptungen bilden und sie als das erkennen kann, was sie sind: „Böse Märchen“ (vgl. BISS-Ausgabe vom Februar 2016), also eine der Lügengeschichten im Internet-Zeitalter.

Lesen Sie weiter bei »Radikal sozial – der Verein BISS e.V. in München«…