BISS-Ausgabe Juli-August 2017 | Fernab – Daheim

Cover des BISS-Magazins Juli-August 2017

Thema: Fernab – Daheim: Kinder besuchen Verwandte in der Ferne, Senior Experten teilen ihr Wissen, Amtschefs gestalten München | 6 Senior Experten unterwegs: Im Ausland Gutes tun im Ruhestand | 10 Urlaub bei der Familie: Junge Menschen erzählen von den Ferien bei fernen Verwandten | 14 Interview: Dorothee Schiwy,  Rudolf Stummvoll und Sabine Schultheiß über Armut, Wohnungsnot und die soziale Schere in München | 22 Radltour mit Heinrich Bedford-Strohm: Der Landesbischof besucht unsere Verkäufer | Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Freunde und Gönner | 29 Patenuhren | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

 

Unterwegs mit Bischof Bedford-Strohm

Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland besucht Münchner BISS-Verkäufer an ihren Standplätzen. Sie haben ihm persönlich ihre Wünsche mit auf den Weg gegeben.

Fotos & Text MARGIT ROTH

START

1 ) METZSTRASSE 

Die Fahrradtour startet in der Redaktion in der Metzstraße. Geschäftsführerin Karin Lohr zeigt dem Bischof die Büroräume und nutzt die Gelegenheit, dem Bischof die Festanstellungen für Zeitungsverkäufer vorzustellen. BISS-Sozialarbeiter und Vertriebsleiter Johannes Denninger radelt mit dem Bischof zu den Standplätzen der Verkäufer. Bevor es losgeht, spricht Herr Bedford-Strohm ein kurzes Gebet für den verstorbenen Herrn Silvestri. Dann setzt er seinen Fahrradhelm auf und schwingt sich aufs Fahrrad.

2) SENDLINGER TOR

Herr Uzuns Arbeitsplatz ist durch den Umbau am U-Bahnhof eine große Baustelle. Schön wäre es, so Herr Uzun, wenn sich Herr Bedford-Strohm dafür einsetzen würde, dass auch in der Innenstadt Moscheen geöffnet bleiben. Als gläubiger Mensch müsse der Bischof wissen, wie wichtig ein Ort für das gemeinsame Gebet sei.

3) MARIENPLATZ

Edelfried Fili vom Marienplatz

Am Marienplatz treffen wir Herrn Adamec und Herrn Fili. Herr Adamec steht an einer Säule vor dem Eingang zum Kaufhof. Von jeder Art von Ismen hält er wenig. Herr Adamec ist der Überzeugung, dass jeder für sich selbst Verantwortung übernehmen muss. Und Herr Fili? Er würde sich wünschen, dass die Religionsführer die Gemeinsamkeiten suchen, anstatt die Unterschiede herauszustellen. Denn so gebe es nur Krieg, wie die Geschichte zeige.

4) STACHUS

Am Stachus Gespräch mit Ernst Köppel

Am Stachus arbeiten Herr Schuchardt und Herr Köppel. Schuchardts Frau stammt aus Wittenberg, dem Geburtsort des Protestantismus. Der Bischof hat Ausstrahlung, findet er, so wie er selbst auch. Herr Köppel, mit Leib und Seele 60iger, merkt noch an, dass die Kirche, wenn sie wirklich etwas Soziales tun möchte, den 60igern eine neue Heimat bauen sollte.

 

5) HAUPTBAHNHOF

Frau Milenkovic ist nur eines wichtig: dass sie und ihr behinderter Sohn einen guten Platz haben. Herrn Güldner mit seiner Leuchtjacke kann man kaum über sehen. Handeln statt reden, so wie es in St. Bonifaz getan wird, das ist für ihn christliche Nächstenliebe.

 

6) ST. BONIFAZ

Bei St. Bonifaz wird nicht verkauft, dafür können die Verkäufer die BISS dort abholen. Bevor wir uns alle  wieder auf  die Räder schwingen, schaut der frühere Abt von St. Bonifaz, Odilo Lechner, kurz vorbei, begrüßt uns und den Bischof und winkt zum Abschied.

ZIEL

 

BISS-Ausgabe Juni 2017 | Wahl

Cover des BISS-Magazins Juni 2017

Thema | Wir haben die Wahl: Wählen heißt Verantwortung übernehmen – für das eigene Leben, die Demokratie und die Zukunft aller | 6 Absturz auf Raten: Von der Schuldenspirale und der Entscheidung,  wieder herauszukommen | 10 Frustrierte Ehrenamtliche: Angesichts vermehrter Abschiebungen sind Flüchtlinge und Helferkreise verzweifelt und wütend | 14 Demokratie ist ein Gefühl Drei Menschen aus Afrika beschreiben, was freie Wahlen für sie bedeuten  | 20 Auf Kosten anderer: Soziologieprofessor Stephan Lessenich im Gespräch | 22 Essen ist Heimat: Fahimas „Mantus“ gegen das Heimweh | Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Freunde und Gönner | 29 Patenuhren | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

Helfer in Not

Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre die Flüchtlingswelle nicht zu bewältigen gewesen. Die Stimmung in Deutschland hat sich geändert – und so werden fragwürdige politische Entscheidungen getroffen, die Helfer und Geflüchtete verzweifeln lassen

Text BERNHARD HIERGEIST

Foto FRITZ BECK

In Deutschland ankommen ist schwierig, darum hat sich Hamid* immer an seine „deutschen Eltern“ gehalten. Aber eines Tages sagte der 22 Jahre alte Afghane zu Tatjana Escher*: „Mama, jetzt habe ich alles gemacht, was du gesagt hast – und es geht wieder nicht weiter.“ Monatelang hatte er Bewerbungen geschrieben, Praktika gemacht, Deutsch gelernt. Hat kein Geld verdient wie andere Afghanen, sondern versucht eine Ausbildung zu machen. Und jetzt soll er zurück nach Afghanistan – wie soll das werden, ganz ohne Geld? Tatjana Escher erzählt, wie sie damals zu Hamid sagte: „Du hast recht.“ Ihr Mann und sie hätten immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, sagt sie. „Was haben wir für einen Aufwand betrieben.“ Im Herbst 2015 kam Hamid in München an. Knapp ein Jahr später nahmen das Ehepaar und seine Kinder Hamid bei sich zu Hause auf in ihrem Häuschen mit Garten in einem Münchner Vorort. Haben mit ihm gegessen, haben ferngesehen, haben natürlich auch gestritten. Bald fragte er, ob er sie Mama und Papa nennen darf. Tatjana Escher hat Hamid immer gesagt: Das wird schon, warte nur. Aber so einfach ist es nicht. „Immer werden uns neue Knüppel zwischen die Beine geschmissen.“ Und wenn es nach dem Brief geht, der Mitte März in einem großen Umschlag ankam, soll der afghanische Sohn nun aus diesem Umfeld rausgerissen werden. „Ich habe keine Ahnung, wie die Kinder das verkraften werden“, sagt Escher, „im Moment verdrängen wir das einfach.“

Lesen Sie weiter bei »Helfer in Not«…