Käufer & Verkäufer

Karin Degenhardt ( links ) ( 60 ) arbeitet im Vertrieb einer Hightech-Firma

Ich glaube, die BISS bringt Glück. Vor mehr als 20 Jahren war ich in San Francisco. Dort habe ich das erste Mal eine Straßenzeitschrift gesehen. Als die BISS entstand, habe ich mir oft die neueste Ausgabe gekauft. Vor acht Jahren habe ich Krebs bekommen, das ging einigermaßen gut aus. Seitdem habe ich den Wunsch, mich zu bedanken. Also unterstütze ich die BISS, wo ich kann. Jedes Mal, wenn ich einen Verkäufer sehe, kaufe ich eine, selbst wenn ich die schon zu Hause habe. Beim Kaufen der BISS bekomme ich sehr viel zurück, zum Beispiel von Herrn Jäth. Er ist aufmerksam und ruhig inmitten der Hektik des Alltags. Er ist freundlich und zuvorkommend, die Gespräche mit ihm sind bereichernd. Seine Wünsche für einen guten Tag und für Gesundheit kommen von Herzen. Das empfinde ich als ein großes Glück.

Manfred Jäth ( rechts ) ( 66 ) BISS-Verkäufer am Rotkreuzplatz

Zwei Winter habe ich auf der Straße überstanden, teilweise bei Temperaturen bis minus 15 Grad. Gelandet bin ich dort nach dem Tod meiner Frau. Wir lebten in Hannover, sie hatte einen guten Job, ich habe vor allem den Haushalt gemacht. Dann bekam meine Frau eine Herzkrankheit und starb. Schon davor hatten wir Schulden, jetzt wurden es aber immer mehr. Ich versuchte eine Arbeit zu finden, aber ich war schon zu alt, eine Stelle fand ich nicht. Ich wusste nicht mehr weiter, und 2015 ließ ich einfach alles zurück. Ich lebte auf der Straße und sammelte Pfandflaschen, acht Stunden am Tag. Ich fuhr durch halb Deutschland auf der Suche nach Hilfe, so landete ich in München und am Ende auch bei der Schuldnerberatung. Dort wurde ich zu BISS geschickt. Jetzt habe ich endlich wieder ein Zimmer und eine Arbeit, die Folgen der letzten Jahre spüre ich aber immer noch. Meine ganze rechte Körperhälfte schmerzt vom Schlafen auf dem harten Boden in den letzten beiden Wintern.

Foto: Barbara Donaubauer; Protokoll: Christoph Gurk