Hey guys!


Karin Lohr, Geschäftsführung; Foto: Sacha Kletzsch

Als sich BISS vor zwei Jahren entschieden hat, für sein 25-jähriges Jubiläum mit den britischen Künstlern von Studio Morison zusammenzuarbeiten, war das britische Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union schon gelaufen. Schon damals wollten wir unsere Verbundenheit zeigen und für ein gemeinschaftliches Handeln in Europa ein Zeichen setzen. Das Jubiläumsmotto „I will be with you, whatever“ passte zum erklärten Brexit perfekt, denn dass Großbritannien, egal was passiert, immer zu Europa gehören wird, stand für uns fest. Wir haben zwei Jahre lang unsere britischen Partner von ihrer besten Seite kennengelernt – verlässlich, klug, witzig, unprätentiös und sich leidenschaftlich für die gemeinsame Sache einsetzend, den spektakulären Pavillon am Münchner Wittelsbacherplatz. Schon einmal war BISS gemeinsam mit den Briten ein Coup gelungen, als eine Handvoll engagierter Straßenzeitungen 1994, unter der Federführung von „The Big Issue“ aus Großbritannien, das Internationale Netzwerk der Straßenzeitungen, kurz INSP, gründete. In den folgenden 25 Jahren sind dem INSP über 100 Straßenzeitungen aus aller Welt beigetreten, die sich regelmäßig treffen und darüber beraten, wie man als Straßenzeitung armen und obdachlosen Menschen am besten helfen kann. Einig sind sich alle Straßenzeitungen, dass man über die Ursachen von Armut berichten und aufklären will. Und dass Armut weltweit nur bekämpft werden kann, wenn sozial benachteiligte Menschen Zugang zu Bildung haben, sie für ihre Arbeit fair entlohnt werden und bezahlbaren Wohnraum finden. Wir BISSler sind einen Schritt weitergegangen und stellen unsere Verkäufer, die anderswo keine Arbeit finden, fest an. Dafür werben wir, auch dieses Jahr, wenn sich im Juni der INSP in Hannover treffen wird. Bei BISS arbeiten Verkäufer aus vielen europäischen Ländern: natürlich aus Deutschland, aber auch aus Österreich, Italien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Kroatien, der Slowakei und sogar einer aus Lettland. Einen britischen Verkäufer hatten wir noch nicht, eigentlich schade. Eine gute Sache hat das britische Brexit-Chaos bewirkt, denn es macht den Menschen in Europa bewusst, dass freie Grenzen und ein friedliches Miteinander nicht selbstverständlich sind, sondern dass man sich rechtzeitig dafür einsetzen muss. Wir werden unsere Leute ermuntern, am 26. Mai für ein demokratisches und solidarisches Europa wählen zu gehen. Ob die Briten mitwählen, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest – but hey guys, we won’t let you down!


Herzlichst

Karin Lohr, Geschäftsführerin