Kopenhagen – Skopje – München

BISS-Geschäftsführerin
Karin Lohr
Foto: Sascha Kletzsch

Vor Kurzem habe ich im Kino den Film „Noma“ gesehen, der einen Blick hinter die Kulissen des angeblich besten Restaurants der Welt erlaubt. Mir hat er ganz gut gefallen, obwohl ich grundsätzlich bezweifle, dass ein weltbestes Restaurant überhaupt in Kopenhagen, also in Dänemark, und nicht in Italien sein kann. Bei einigen Filmszenen, als es in der Küche besonders hektisch zugeht, habe ich mich an meine Ausbildung im Hotelfach erinnert. Damals haben Küchenchefs noch mit Pfannen und Tellern geworfen. Tempi passati, wie man in Italien, wo das „Noma“ ja nicht ist, sagen würde. Der Film hat einen dramatischen Höhepunkt, als sich 63 Gäste nach einem Essen in diesem Restaurant mindestens den Magen verstimmt, wenn nicht sogar mit dem Norovirus angesteckt haben. Das Team des Sternerestaurants nimmt diesen Vorfall erst recht als Anlass, um zu zeigen, wie sauber und gründlich sie in der Küche arbeiten. Bemerkenswert finde ich, dass der Küchenchef, Sohn eines mazedonischen Einwanderers und einer dänischen Mutter, weltweit gefeiert wird dafür, dass er die nordische Küche nicht nur neu, sondern überhaupt erst erfunden hat. Nun weiß ich aufgrund unserer Kooperation mit der mazedonischen Straßenzeitung „LiceVLice“, dass Mazedoniern vieles zuzutrauen ist. Es waren die mazedonischen Kollegen, die vergangenes Jahr, unterstützt von BISS, einen ihrer Verkäufer, einen jungen Roma, fest angestellt haben. Trotz schwieriger politischer und wirtschaftlicher Bedingungen vor Ort. Die mazedonische Straßenzeitung muss jeden Monat ums Überleben kämpfen, und die Verantwortlichen sind froh, wenn wieder eine neue Ausgabe erscheinen kann. In einer davon ist als Hommage an BISS sogar unser Cover zum 20-jährigen Jubiläum mit kyrillischen Untertiteln abgedruckt. Das erwähnte Norovirus hat uns BISSler verschont. Dafür hatte uns ein ehemaliger Verkäufer angezeigt. Die Anschuldigungen haben sich als haltlos erwiesen, das Verfahren der Staatsanwaltschaft München wurde im Oktober 2016 eingestellt. Wir haben überlegt, ob wir dieses Thema überhaupt wieder aufgreifen sollen, auch weil es schon länger zurückliegt. Wir tun es jetzt (Seiten 24 bis 26), weil wir daran den ganzen Sachverhalt sowie die Grundlagen unserer Arbeit richtig darstellen und zeigen können, was wir schon immer gesagt haben: Bei BISS ist alles in Ordnung! Vor allem können wir bösen Märchen das wirkliche Leben entgegensetzen, und in dem spielen 100 Verkäufer, davon 52 fest angestellt, die Hauptrolle!

 

Herzlichst

 

 

 

Karin Lohr, Geschäftsführerin

P.S. Ich wünsche Ihnen schöne Frühlingstage!