2018 – wir lassen uns überraschen!

BISS-Geschäftsführerin
Karin Lohr
Foto: Sascha Kletzsch

So verlockend ein neues Jahr ist, weil noch vieles offen und daher fast alles möglich scheint, so weiß man doch, dass vor allem solche Dinge passieren werden, die man sich am Jahresanfang noch nicht vorstellen kann. Bei den eher unerfreulichen Vorkommnissen ist das ein Vorteil, denn man erfährt noch früh genug, wenn beispielsweise ein BISS-Verkäufer ernsthaft erkrankt oder ein anderer aufgrund einer persönlichen Krise plötzlich von heute auf morgen keine Zeitungen mehr verkaufen kann. Sehr viel häufiger passiert es jedoch, dass wir bei unserer alltäglichen Arbeit aufs Erfreulichste überrascht werden davon, wie gut sich arme und benachteiligte Menschen entwickeln, wenn jemand an sie glaubt und Zeit und Geld investiert, damit diese Menschen zum Zahnarzt gehen, einen Schulabschluss nachholen oder endlich in eine eigene Wohnung ziehen können. Und dann gibt es noch diejenigen Münchnerinnen und Münchner, die für nahezu jede Überraschung gut sind. Wie etwa jener BISS-Leser, der an einem Sommertag vergangenen Jahres in unser Büro in die Metzstraße kam und sagte, er hätte eine kleine Einzimmerwohnung zu vermieten, ob dafür bei uns Bedarf bestünde? Wir wären dem freundlichen Herrn fast um den Hals gefallen vor Freude, und so kam es, dass schon nach kurzer Zeit einer der Bewohner der BISS-Wohngemeinschaft in seine eigene Wohnung ziehen konnte. Bei einem unserer wichtigsten Vorhaben, armen und sozial benachteiligten Menschen zu bezahlbarem Wohnraum zu verhelfen, ziehen die Straßenzeitung BISS und die Stiftung BISS an einem Strang. Wie sehr es dabei vorwärtsgeht, können Sie in dem Beitrag „5 Wohnungen, 2 Geschichten“ (ab Seite 22) lesen. Und dann möchte ich Sie auch auf unser 25-jähriges Jubiläum in diesem Jahr aufmerksam machen. Wir arbeiten mit Volldampf an wirklich tollen Projekten und Aktionen. Eines davon ist ein Dokumentarfilm, für den der renommierte Filmemacher Wolfgang Ettlich und sein Team seit drei Jahren vier unserer Verkäufer mit der Kamera begleiten. Außerdem bereiten wir ein weiteres aufregendes Projekt vor, das noch nicht ganz spruchreif ist, weil zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Wenn es, wie wir hoffen bald, so weit ist, werden wir wieder auf Sie zukommen, denn dieses Projekt ist für alle unsere klugen, engagierten und großzügigen Leser, Freunde und Unterstützer gedacht, mit deren Hilfe BISS in der Lage ist, alle Überraschungen zu meistern. Im Namen aller BISSler wünsche ich Ihnen ein gutes und gesundes neues Jahr 2018!

Herzlichst

 

 

 

Karin Lohr, Geschäftsführerin