Der SalzAlpenSteig

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Uwe Hinsche

Ich gehe gern wandern und in die Berge. Dieses Jahr wurde ich zu einer Pressereise auf den „SalzAlpenSteig“ eingeladen. Er soll Wanderern den historischen Weg des Salzes zwischen Bayern und Österreich nahebringen. Es gibt mehrere Wanderwege, und ich habe mich für die „Bad Reichenhaller Panoramatour“ entschieden. An einem Sonntag ging es ab München Ost mit dem Zug pünktlich los in Richtung Berchtesgaden. Dort angekommen, habe ich meinen ersten Irrtum begangen: Ich hatte nur die Adresse der Leiterin in Berchtesgaden gelesen, dabei musste ich doch nach Bad Reichenhall. Also fuhr ich wieder zurück, fand aber dann auf Anhieb mein Hotel. Die Hotelleute waren sehr freundlich und sagten mir gleich, wie ich zu dem Treffpunkt für den nächsten Tag kommen kann. Da es früher Nachmittag war, latschte ich gleich dorthin, ein zweiter Irrtum, denn der Hinweg dauerte über eine Stunde, und zurück musste ich ja auch noch. Wieder im Hotel, fragte ich, ob ein Bus zum Treffpunkt fahren würde, da erklärte der Mann von der Besitzerin, er könne mich sogar mit dem Auto fahren. Abends ging ich essen und schlenderte noch durch die Stadt mit ihrer riesigen Fußgängerzone und den vielen Kurgästen. Am nächsten Tag nach einem reichhaltigen Frühstück sind wir zum Wandertreffpunkt gefahren. Es gab ein großes Hallo, dann ging es auch schon bald los. Wir hatten dann aber schnell einen Ausfall: Es war eigentlich keine sehr schwere Tour, aber die Luftfeuchtigkeit mit 60 Prozent sehr hoch, und sie machte auch mir zusehends zu schaffen. Bis zur Baumgrenze hatte ich auf 700 Höhenmeter ungefähr drei Liter Wasser verbraucht. Ich war ziemlich fertig, und 100 Meter vor dem Ziel habe ich dann einem der Führer gesagt, er solle allein zur Hütte gehen und mich am Rückweg wieder aufgabeln. Ich machte dann eine größere Pause, bevor es dann wieder abwärtsging. Ich hatte jetzt fast keine Probleme mehr, und die Leiterin des Vereins teilte uns per Handy mit, dass sie uns unterwegs auflesen wollte. Ich war froh, als ich im Auto saß und Richtung Hotel fuhr. Die Tour hat mir dennoch gut gefallen. Sie war nicht allzu schwer, landschaftlich abwechslungsreich, und ich habe viel Hintergrundinformation und Anekdoten zu Bad Reichenhall und dem Salz bekommen.

Die Richtigen

BISS-Geschäftsführerin
Karin Lohr
Foto: Sascha Kletzsch

Wenn ich mich an die Stimmung bei bayerischen Landtagswahlen im letzten Jahrhundert erinnere, hat man sich unter Wählern auf die Frage, wen man denn wählen würde, gern mit einem Augenzwinkern zu verstehen gegeben, dass es schon „die Richtigen“ wären. Es gab unter den Zwinkerern nicht den geringsten Zweifel, dass das nur die CSU sein konnte, was den Bayern damals Wahlergebnisse wie den Russen heute bescherte. Allerdings gab es auch früher schon Abweichler wie meinen längst verstorbenen Großvater, der, obwohl weder Zahnarzt noch Unternehmensberater, nach eigenem Bekunden mindestens einmal FDP gewählt hat. Was ihm heute sicher nicht mehr passieren würde. Aus meinen früheren Zweifeln an der CSU und deren Politik ist mit unserem Vorhaben Hotel BISS fast Verzweiflung geworden. Von 2001 bis 2011 hat sich der gemeinnützige Verein BISS darum bemüht, das ehemalige Frauengefängnis am Neudeck 10 von seinem Besitzer, dem Freistaat Bayern, zu kaufen. Wir wollten das denkmalgeschützte Gebäude in ein erstklassiges Hotel zum Zweck der Ausbildung von benachteiligten jungen Erwachsenen umwandeln. Die bayerische Regierung, bestehend aus CSU und ein bisschen FDP, jedoch schlug die Immobilie 2011 in einem Bieterverfahren einem kommerziellen Investor zu (siehe Seiten 22 bis 24). Der damalige Finanzminister Markus Söder antwortete auf eine Anfrage der Stiftung BISS zum tatsächlich bezahlten Kaufpreis, man könne keine Auskunft geben, weil man nicht „vom Schutzgedanken gegenüber dem Vertragspartner“, also dem Käufer abweichen wolle. Schutzbedürftig sind jedoch nicht Investoren, sondern die Menschen, darunter vor allem diejenigen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht selber helfen können. Der bayerische Staat ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat, der dem Gemeinwohl dient. Das bestimmt die bayerische Verfassung. Wir BISSler haben also begründete Zweifel, dass sich die bayerische CSU- Regierung wirklich mit aller Kraft anstrengt, die Lebenschancen von ärmeren und schwächeren Menschen im Freistaat zu verbessern. Nicht Almosen sind gefragt, sondern die berühmte Hilfe zur Selbsthilfe, die bewirkt, dass jemand irgendwann einmal wieder ohne Unterstützung seinen Weg machen kann. Die „Richtigen“ unter den zur Wahl stehenden Politikern können also nur solche in Bayern sein, deren Handeln dazu führt, dass jeder Mensch einen Platz hat in der Gesellschaft, mit einem Dach über dem Kopf und Arbeit. Das Ziel sind gerechte Lebensverhältnisse für alle, dafür machen wir uns stark.

Herzlichst

 

 

 

Karin Lohr, Geschäftsführerin

Die BISS zu Gast in der BR Abendschau – Der Süden

„Das Geheimnis unseres Erfolgs sind unsere Verkäufer!“ Geschäftsführerin Karin Lohr und BISS-Verkäuferin Andrea Babinski zu Gast im Studio bei der BR Abendschau vom 13. August (<- Link zum Video). Der Beitrag zur BISS beginnt bei Minute 13:20.

 

münchen.tv-Beitrag zur Kunstaktion

München-TV Beitrag zur dreitägige Kunstaktion ‚We don’t just hear you, we listen‘ der zwei Künstler Stephanie Müller und Klaus Erich Dietl am Wittelsbacherplatz.

https://www.muenchen.tv/mediathek/video/25-jahre-biss-kunstaktion-unter-jubilaeumsskulptur-verbindet-arm-und-reich-in-muenchen/