Auf der Zielgeraden

BISS-Geschäftsführerin
Karin Lohr
Foto: Sascha Kletzsch

Bei Projekten, die einen langen Vorlauf und zunächst ein ungewisses Ende haben, gibt es erfahrungsgemäß einen Moment, in dem man realisiert, dass jetzt die damit verbundenen Wünsche und Erwartungen tatsächlich in Erfüllung gehen. Bei unserem Projekt zum 25-jährigen Jubiläum von BISS, der Errichtung eines Kunstwerks auf dem Wittelsbacherplatz, gab es für mich einige solche Momente, aber einer wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben: als der Bauleiter der Firma Lutzenberger, die die Kunstskulptur errichtet (siehe Seiten 20 und 21), präzise im Lageplan markierte, wo die Zufahrt auf die Baustelle erfolgen soll – im Herzen der Stadt. Damit wird wahr, wofür sich ein großartiges Team zwei Jahre lang engagiert eingesetzt hat: BISS hat die Chance, an einem prominenten Ort von 30. Juni bis 13. Oktober mit der Stadtgesellschaft über die Ursachen von Armut und Obdachlosigkeit ins Gespräch zu kommen. Mit den Mitteln der Kunst wollen wir ein Zeichen setzen dafür, dass eine solidarische Gesellschaft, in der auch die Schwächeren ihren Platz haben, durch ein gemeinsames und vertrauensvolles Miteinander möglich ist. Und seien Sie unbesorgt, trotz unseres anspruchsvollen Kunstprojekts heben wir nicht ab. Denn unser normaler Alltag läuft weiter. Es kommen nahezu täglich Menschen zu uns, die Arbeit, Wohnung und Hilfe in einer Krise suchen. An dem Tag, als die Zufahrt zur Baustelle festgeschrieben wurde, war auch Familie M. am Ziel ihrer langen Suche nach einer Wohnung und unterschrieb den Mietvertrag. Durch eine schwere Erkrankung des Vaters hatte die Familie mit zwei kleinen Töchtern ihr regelmäßiges Einkommen verloren und wohnte zuletzt in einer Notunterkunft in einem einzigen Zimmer. Die Chance, auf dem normalen Wohnungsmarkt fündig zu werden, war gleich null. Dank großzügiger Gönner und langjähriger Förderer von BISS, die eine größere Wohnung zu einer moderaten Miete anboten, kann die Familie, die ihr Glück kaum fassen konnte, umziehen. In den vergangenen 25 Jahren konnte BISS dank Ihrer Unterstützung vielen Menschen helfen. Deshalb, liebe Freunde, feiern Sie mit uns und unseren Verkäufern bei strahlender Laune unser spektakuläres Geburtstagsgeschenk, mit dem wir unserer Stadt und allen ihren Bürgern für ihre Treue und Großzügigkeit danken möchten. Nehmen Sie sich die Zeit und geben Sie uns die Ehre – schauen Sie diesen Sommer auf dem Wittelsbacherplatz vorbei!

Herzlichst

 

 

Karin Lohr, Geschäftsführerin

Stimme der Schwachen

Artikel aus Welt am Sonntag, „Bayern“-Teil, vom 24. Juni 2018:

„München inszeniert sich gern als Stadt der Schönen und Reichen. Die Straßenzeitung „BISS“ macht die Armut, die es auch gibt, sichtbar und kämpft dagegen an. In diesem Jahr wird das Blatt 25 Jahre alt

Was man sich nicht alles über München erzählt: Vom Schicki-Micki-BussiBussi-München. Dem „Ich scheiß dich zu mit meinem Geld“-München. Der Stadt der Schönen und Reichen. Hauptstadt der Gemütlichkeit. Tibor Adamecs München ist das nicht. Der 80-Jährige steht seit 25 Jahren jeden Morgen, von Montag bis Samstag im Zwischengeschoss des U- und S-Bahnhofs Marienplatz: Immer am selben Platz vor dem Aufgang zum Kaufhof. Auf dem Handwagerl, das er zu einem Mini-Kiosk umgebaut hat, die neue Ausgabe der „BISS“, die diesmal als Jubiläumsnummer erscheint.“

von Irmgengard Gnau

 

In einer Woche soll alles fertig sein

Noch nicht ganz fertig gestellt und doch ist das gesamte BISS-Team bereits im Bann der Skulptur. Fast täglich werden Updates und Bilder ausgetauscht. Wie sieht der Pavillon denn gerade aus? Der Countdown läuft und die Vorfreude auf die bevorstehende Eröffnung ist groß.

Ivan Morison (rechts) von Studio Morison kam in der vergangenen Woche nach München auf die Baustelle von ‘I Will Be With You, Whatever‘. Er besprach mit den Bauarbeitern des Bauunternehmens Lutzenberger, wie sie mit dem Aufbau voran kämen und klärte die letzten ausstehenden Details bezüglich des Lichtkonzepts (von Ingo Maurer), sowie der Werkbeschriftung am Platz mit der Kuratorin des BISS-Jubiläums-Kunstwerks, Dr. Caroline Fuchs. Aktuell ist das Gerüst des Pavillons vollständig errichtet und umringt das Reiterstandbild von Maximilian I. Die stoffbespannten Paneele werden nun nach und nach eingesetzt, was pro Einheit zwischen ein bis drei Stunden dauern kann. Bis Dienstag sollen alle Paneele eingesetzt sein, damit das Licht installiert und die Zugangsrampen errichtet werden können.

 

Das Programm am Eröffnungswochenende:

Am Samstag, 30. Juni,  findet ab 14:00 Uhr die Eröffnung statt.

Sonntag, den 1. Juli, halten wir unsere Verkäufersitzung ab 9:00 Uhr im Café Luitpold schräg gegenüber vom Wittelsbacherplatz ab. Um 11:00 Uhr spielen die Munich Classical Players an der Skulptur ein halbstündiges Konzert und im Anschluss wird Heather Peak Morison von Studio Morion zusammen mit der Kuratorin Dr. Caroline Fuchs und dem Programmkurator Marcel Bleuler im Künstlergespräch den Jubiläums-Pavillon aus Künstlersicht besprechen. Um 13:00 Uhr führt das Studio Morison interessierte Besucher durch und um das Kunstwerk. Gegen 14 Uhr starten die Urban Sketchers Munich den Pavillon zeichnerisch zu erfassen.

 

Fotos: Hans Albrecht Lusznat

Der Aufbau beginnt…

Dienstag, 12. Juni 2018, 9:00 Uhr.

Die letzten Fische sind verkauft, alle Buden wurden bereits abgebaut. Keine 48 Stunden nachdem der Hamburger Fischmarkt zu Ende gegangen ist, wird uns der Wittelsbacherplatz frisch (heraus-) geputzt übergeben und die Aufbauarbeiten für unser Jubiläums-Kunstwerk können beginnen.

 

Die Bauarbeiter hüllen den Sockel des Reiterdenkmals in Planen, da in der ersten Woche zunächst das Betonfundament gegossen wird. Bereits jetzt erkennt man, dass es sich um kein „gewöhnliches“ Fundament handelt. Die Begrenzung für den Betongrund sieht wie ein großer, gelber Stern aus, der sich einmal um den Treppenabsatz des Standbildes legt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Abdeckungen der Bauzäune sind leicht transparent – wer vor Neugier platzt, kann sich selbst ein Bild vom aktuellen Stand der Bauarbeiten machen und Mäuschen spielen.

Schon entdeckt? Vielleicht ist euch bereits der Hasthtag #withyouwhatever aufgefallen. Auf Instagram, Facebook und Twitter könnt ihr unter diesem Hashtag das Jubiläum begleiten und eure eigenen Bilder, Geschichten und Eindrücke mit uns teilen.