BISS-Ausgabe November 2018 | Leben und Überleben

Cover des BISS-Magazins November 2018

Thema | Schicksalsschläge überleben | Schicksalsschläge können jeden treffen. Wie aber lebt man nach dem Tod eines Kindes oder einer schweren psychischen Erkrankung weiter? | 6 Betreuungsplatz gesucht: Die Situation der Kinderbetreuung ist auch in München schwierig | 10 Wenn das Kind stirbt: Isabel Schupp im Interview | 14 Psychisch krank und obdachlos: Dr. Günther Rödig betreut psychisch kranke Obdachlose | 18 Jubiläumsrückblick: Sommer 2018 am Wittelsbacher Platz | 25 Ja, ich will: BISS-Verkäufer Dirk Schuchardt traut sich | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen

 

Mein Anfang bei der BISS

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Suresh Kumar

2014 bin ich zur BISS gekommen. Ich habe Leute mit der Zeitschrift in der Stadt gesehen und habe einen Verkäufer gefragt, wo ich hingehen muss. Er hat mir die Telefonnummer und Adresse der BISS gegeben. Ich durfte hier anfangen, weil ich eine Krankheit habe und nicht normal arbeiten kann. In Deutschland bin ich seit 14 Jahren. Bevor ich hier angefangen habe, habe ich in Leipzig Lagerarbeit gemacht. Dann war ich in der Küche mehrerer Restaurants. Heute stehe ich in Gröbenzell, Großhadern und an anderen S-Bahn-Orten und verkaufe die BISS. Ich entscheide immer morgens, an welche Station ich an dem jeweiligen Tag fahre. Ich habe viele Stammkunden, aber es kommen immer auch neue Kunden. Aber vor allem mit den Stammkunden spreche ich viel – über mein Leben, ihre Sorgen und Indien. Mal dauert es zehn Minuten, mal eine halbe Stunde, manchmal trinken wir Kaffee zusammen. Meine Ex-Frau und meine Tochter wohnen in Görlitz, ich besuche die beiden alle paar Monate. Seit ich hier bin, war ich schon einmal in meiner Heimat Indien – wie laut und ungeordnet mir dort alles vorkommt. Leben möchte ich dort nicht mehr, aber Urlaub machen sehr gern.

BISS-Ausgabe Oktober 2018 | Jubiläumsausgabe

Cover des BISS-Magazins Oktober 2018

Thema | BISS-Jubiläumsausgabe | 6 Einfach machen: BISS-Geschäftsführerin Karin Lohr im Gespräch | 10 BISS – Der Film: Wie es für unsere Verkäufer weiterging | 12 Radikal sozial: Grundlagen unserer Arbeit | 13 Grußwort: Dr. Hans-Jochen Vogel ist seit jeher BISS verbunden | 14 Unsere Säulen: BISS und seine Unterstützer | 16 Hotel BISS: Hintergründe und Geschichte | 18 BISS-Jubiläum: Das gefällt unseren Verkäufern | 19 Das BISS-Grab: Seit 13 Jahren gibt es für unsere Verkäufer ein Grab | 20 25 Jahre BISS: Die Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg | 24 Viel zu erzählen: Die Schreibwerkstatt-Macher | 25 Jubiläumsprogramm: „I will be with you, whatever“ | 26 Rückblick mit Ausblick | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 22 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum & unsere Kooperationspartner | 31 Adressen

Schreibwerkstatt – eine Nachlese

EIN TEXT AUS DER SCHREIBWERKSTATT

von Ercan Uzun

Was mir in meinen 15 Jahren Schreibwerkstatt immer am schwersten gefallen ist, waren die Einleitung und das Thema. Bei diesem Text hier ist das ausnahmsweise einmal nicht so. Die BISS feiert 25-jähriges Jubiläum und ich ziehe Bilanz über all die Zeit, in der ich Texte für die Rubrik Schreibwerkstatt verfasste. Nach sicher mehr als 100 Texten bekommt man doch eine gewisse Sicherheit und ist vor dem Schreiben nicht mehr ganz so aufgeregt. Größtenteils entstanden meine Zeilen in der Redaktion – entweder früher in der Königinstraße oder jetzt in der Metzstraße. Meine „Lehrer“ waren immer wieder andere. Meist lieferte meine Familie Ideen, worüber ich schreiben könnte. Mit Frau und vier Kindern tut sich doch so einiges. Am meisten wurde ich früher kritisiert, als ich über meine Krankheit schrieb, und daher habe ich auch versucht, meine Schwermut nicht zu sehr in meinen Beiträgen wiederzugeben. So verfasste ich Geschichten über Klassentreffen, Ausflüge und Themen, die weder mit meiner Psyche noch mit meiner Familie zu tun hatten. Einmal schrieb ich darüber, wie mir in meiner Kindheit und Jugend und später die Mädchen und Frauen „ein dutzend Körbe“ gegeben haben. Was bei der Entstehung meiner Artikel immer eine Rolle spielte, waren die Jahreszeit, das Wetter und die Stimmung, in der ich mich in dem Moment befand. Dieser Text ist beispielsweise im Hochsommer entstanden und Sie lesen ihn im Herbst, wenn potenziell die ersten Schneeflocken fallen könnten. Mehrmals meldeten sich Leser meiner Schriftstücke per Brief oder E-Mail und äußerten ihre Gedanken oder Anregungen. Im Laufe der Zeit mehrten sich diejenigen, die äußern, sehr gerne zu lesen, was ich in der Rubrik fabriziere. Solange ich für meine Texte ein Echo bekomme, wird mir der Antrieb fürs Schreiben nicht versiegen.