Der Aufbau beginnt…

Dienstag, 12. Juni 2018, 9:00 Uhr.

Die letzten Fische sind verkauft, alle Buden wurden bereits abgebaut. Keine 48 Stunden nachdem der Hamburger Fischmarkt zu Ende gegangen ist, wird uns der Wittelsbacherplatz frisch (heraus-) geputzt übergeben und die Aufbauarbeiten für unser Jubiläums-Kunstwerk können beginnen.

 

Die Bauarbeiter hüllen den Sockel des Reiterdenkmals in Planen, da in der ersten Woche zunächst das Betonfundament gegossen wird. Bereits jetzt erkennt man, dass es sich um kein „gewöhnliches“ Fundament handelt. Die Begrenzung für den Betongrund sieht wie ein großer, gelber Stern aus, der sich einmal um den Treppenabsatz des Standbildes legt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Abdeckungen der Bauzäune sind leicht transparent – wer vor Neugier platzt, kann sich selbst ein Bild vom aktuellen Stand der Bauarbeiten machen und Mäuschen spielen.

Schon entdeckt? Vielleicht ist euch bereits der Hasthtag #withyouwhatever aufgefallen. Auf Instagram, Facebook und Twitter könnt ihr unter diesem Hashtag das Jubiläum begleiten und eure eigenen Bilder, Geschichten und Eindrücke mit uns teilen.

BISS-Ausgabe Juni 2018 | Kunst verbindet

Cover des BISS-Magazins Juni 2018

Thema | Kunst verbindet: Vom 30.6. – 13.10.18 „I will be with you, whatever“ auf dem Wittelsbacherplatz zum 25-jährigen BISS-Jubiläum | 6 Repair-Cafés: Reparieren statt wegwerfen | 12 Psychoaktive Substanzen: Scheinbar legal, aber lebensgefährlich | 16 Entlassen und sich selbst überlassen: Wer kümmert sich nach der Zeit im Krankenhaus?| 20 Lesbische Frauen auf der Flucht: Interview mit Sara Schmitter von LeTra| 22 „I will be with you, whatever“: BISS-Jubiläum auf dem Wittelsbacherplatz | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

Was uns verbindet

IN DER BISS-KOLUMNE KOMMEN MENSCHEN ZU WORT, DIE EINE PERSÖN LICHE ERFAHRUNG ODER IHR INTERESSE AN EINEM THEMA ODER PROJEKT VERBINDET. IN DER BEGEGNUNG ZEIGT SICH, DASS MENSCHEN TROTZ UNTERSCHIEDLICHER LEBENSLAGEN, ÜBERZEUGUNGEN UND PERSÖNLICHKEITEN IMMER AUCH ETWAS GEMEINSAM HABEN

Protokoll: Christoph Gurk; Illustration: Martin Fengel; Foto: Barbara Donaubauer

SCHULDEN

PETER PESCHEL, 58, SCHULDNERBERATER UND GESCHÄFTSFÜHRER BEIM H-TEAM (links) …
… UND NICOLAE-SURAS BUNGARDI, 40, BISS-VERKÄUFER

NICOLAE-SURAS BUNGARDI: Ich komme aus Rumänien, seit 2008 leben wir in Deutschland. Ich hatte hier am Anfang keinen Job, kein Geld, wir schliefen auf der Straße. Damals wurde ich oft beim Schwarzfahren erwischt, und wenn wir Hunger hatten, kaufte ich mit der EC-Karte ein, ohne dass genügend Geld auf dem Konto war. So kam es zu den ersten Schulden.

PETER PESCHEL: Zu uns kommen viele Menschen, die nichts haben und nichts hatten. Seit 2009 bieten wir beim H-TEAM Schuldnerberatung an und sehen immer wieder, dass nur eine kleine Geld strafe oder eine Nachzahlung kommen muss – und schon steckt jemand in den Schulden.

NB: Ich habe den Überblick verloren, ständig standen Gerichtsvollzieher bei mir vor der Tür. Ich hatte Angst, auf die Straße zu gehen, weil ich dachte, die Polizei verhaftet mich und pfändet all meine Sachen. Irgendwann bin ich depressiv geworden.

PP: Schulden machen oft krank, sie drücken auf die Psyche. Damit wir den Menschen helfen können, müssen wir oft erst mal ein Bewusstsein für Geld schaffen, dafür, was sie sich leisten können und was nicht. Der Konsum auf Kredit wird von der Wirtschaft angekurbelt. „Kaufe gleich, zahle später“ – darauf fallen viele rein. Der Einstieg in die Schulden ist für viele das Handy, das angeblich nur einen Euro kostet, aber an einen teuren Vertrag gebunden ist.

NB: Es ist schwierig, aus den Schulden herauszukommen. Die BISS hat mich zu Herrn Peschel geschickt. Jeden Monat zahle ich Geld zurück an Banken und Supermärkte. Ich bemühe mich, keine neuen Schulden mehr zu machen.

 

„I will be with you, whatever“

KUNSTAKTION IM ÖFFENTLICHEN RAUM ZUM 25-JÄHRIGEN JUBILÄUM VON BISS

Für das 25-jährige Jubiläum von BISS haben die britischen Künstler Studio Morison eine Skulptur entworfen, die ab 30. Juni im Herzen von München auf dem Wittelsbacherplatz stehen wird.

Von DR. CAROLINE FUCHS, KURATORIN

MIT DEN MITTELN DER KUNST INMITTEN DER STADT
Als wir im Sommer 2016 anfingen, gemeinsam ein Projekt für das Jubiläumsjahr 2018 zu planen, standen die grundlegenden Eckpunkte schnell fest: Mit den Mitteln der Kunst soll die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, dass der öffentliche Raum ein hohes Gut ist, das es zu erhalten gilt. Nachdem insbesondere arme und sozial benachteiligte Menschen zunehmend aus den Innenstädten verdrängt werden, sollte das künstlerische Werk an einem zentralen Platz in München realisiert werden. Es sollte ein Symbol für die Qualität und den hohen Anspruch der Arbeit von BISS sein. Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen ging unsere Einladung, ein Kunstwerk für BISS zu entwerfen, an das Künstlerduo Heather Peak Morison und Ivan Morison aus Großbritannien.

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