Jubiläum am Wittelsbacherplatz

Wir arbeiten daran – demnächst mehr!

Ihr BISS-Team

BISS-Ausgabe Mai 2018 | BISS – Der Film

Cover des BISS-Magazins Mai 2018

Thema | BISS im Film: Drei Jahre lang begleiteten Wolfgang Ettlich und sein Team vier unserer BISS-Verkäufer mit der Kamera. Der Film, der dabei entstand, hat im Mai auf Münchens Dokumentarfilmfestival, dem DOK.fest, Premiere | 6 Ort der Begegnung: Das Bellevue di Monaco im Zentrum der Stadt | 12 Schulden – und jetzt? Der Weg der Entschuldung ist nicht einfach, aber möglich | 16 Masse Mensch: Wie Crowdworking die Gesellschaft verändert | 20 BISS – Der Film: Über die Entstehungsgeschichte des BISS-Films | 24 Ein Viertel Jahrhundert BISS „I will be with you, whatever“ | Schreibwerkstatt | 5 Was uns verbindet | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

Was uns verbindet

IN DER BISS-KOLUMNE KOMMEN MENSCHEN ZU WORT, DIE EINE PERSÖN LICHE ERFAHRUNG ODER IHR INTERESSE AN EINEM THEMA ODER PROJEKT VERBINDET. IN DER BEGEGNUNG ZEIGT SICH, DASS MENSCHEN TROTZ UNTERSCHIEDLICHER LEBENSLAGEN, ÜBERZEUGUNGEN UND PERSÖNLICHKEITEN IMMER AUCH ETWAS GEMEINSAM HABEN

Protokoll: Christoph Gurk; Illustration: Martin Fengel; Foto: Barbara Donaubauer

ZÄHNE

DR. ANDREA STORCK (52), ZAHNÄRZTIN BEI DRES. HELLHAKE UND STORCK …
… UND GERALD CONSTANTIN PANCESCU (41), BISS-VERKÄUFER AM ODEONSPLATZ

GERALD PANCESCU: Meine Eltern waren sehr arm. Ich komme aus Rumänien, dort hat mein Vater in einer Traubenzuckerfabrik gearbeitet. Damit wir Kinder keinen Hunger hatten, brachte er welchen mit nach Hause. So habe ich schlimme Karies bekommen und Zähne verloren.

ANDREA STORCK: In unserer Praxis behandeln wir seit Jahren BISS-Verkäufer. In den meisten Fällen geht es dabei erst mal darum, Mundhygiene zu optimieren, kariöse Zähne zu versorgen und fehlende Zähne zu ersetzen. Denn wenn jemandem ein Zahn fehlt, dann schlägt sich das auch auf das Selbstvertrauen nieder.

GP: In Rumänien habe ich Polsterer gelernt, Jobs gab es aber keine, also bin ich als Maurer nach Italien, dann als Tellerwäscher nach Innsbruck, am Ende bin ich in München gelandet und zur BISS gekommen. Sie hat mich zu Frau Dr. Storck geschickt.

AS: Ich selbst habe lange unter einer Zahnspange gelitten und dachte immer, dass man das doch anders machen könnte. Ich wollte dann Kieferorthopädin werden; während des Studiums merkte ich aber: Zahnmedizin gefällt mir besser. Man hat mit unterschiedlicheren Leuten zu tun. Klar, viele haben Angst, die kann man ihnen aber nehmen, durch kleine Schritte und Erklärungen. Am Ende sollen alle hier zufrieden herausgehen.

GP: Seit zwei Jahren bin ich bei der BISS. Ein Jahr davon war ich immer wieder in Zahnbehandlung. Manchmal war es schwer, aber wenn jetzt Kunden zu mir kommen, kann ich sie anlächeln.

„I will be with you, whatever“

KUNSTAKTION IM ÖFFENTLICHEN RAUM ZUM 25-JÄHRIGEN JUBILÄUM VON BISS

Zum 25-jährigen Jubiläum der Münchner Straßenzeitung BISS errichtet das renommierte britische Künstlerduo Ivan Morison und Heather Peak von Studio Morison unter dem Titel „I will be with you, whatever“ ein Kunstwerk in Form eines Pavillons um das Reiterstandbild von Maximilian I. am Wittelsbacherplatz. Es handelt sich um eine temporäre Skulptur, die von 30. Juni bis Oktober 2018 dort stehen wird. In dieser Zeit finden am Wittelsbacherplatz Veranstaltungen sowohl mit hochkarätigen Künstlern als auch mit den Münchner Bürgerinnen und Bürgern statt

von Karin Lohr

Das war der erste Entwurf des Pavillons, noch aus Papier              

WIE ALLES BEGANN

Angefangen hat alles im Jahr 2016 als studentisches Projekt der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Augsburg. Die Idee, ein Projekt für das 25-jährige Jubiläum von BISS zu entwickeln, hatten Frau Prof. Gudrun Müllner und Joerg Jahn, zwei Profis mit langer Erfahrung in der professionellen Werbung, die für BISS die allererste Kampagne im Jahr 1998 entwickelt haben. Wie für einen „echten“ Kunden informierten sich die Studierenden zuerst vor Ort, was genau die Münchner Straßenzeitung macht. Sie nahmen an einer BISS-Stadtführung teil, redeten mit den Verkäufern und stellten viele kluge Fragen. Zum Abschluss des Semesters präsentierten die zukünftigen Werber und Gestalter in Arbeitsgruppen ihre Vorschläge. Wir waren beeindruckt, wie engagiert die Studierenden an das Projekt herangegangen sind und was sie sich alles haben einfallen lassen. Festgehalten hat BISS an dem Vorschlag, eine künstlerische Aktion im öffentlichen Raum weiterzuverfolgen.

DER ÖFFENTLICHE RAUM

Für BISS als Straßenzeitung spielt der öffentliche Raum eine besonders wichtige Rolle. Im Unterschied zu konventionellen Organisationen findet bei einer Straßenzeitung das betriebliche Geschehen größtenteils auf der Straße statt. Unsere Verkäufer stehen immer in der Öffentlichkeit, wenn sie verkaufen. Es ist für sie an ihren Standplätzen enorm wichtig, dass sie die Zeitung gefahrlos anbieten können. Es gibt zunehmend Großstädte, in denen Menschen gar nicht stehen könnten, weil sie in Gefahr gerieten, von Autos überfahren, für Verbrecher gehalten bzw. selbst ausgeraubt zu werden. Und schon länger entwickeln sich Innenstädte dahin gehend, dass nicht nur obdachlose Menschen, sondern überhaupt alle, die nicht andauernd „shoppen“ können oder wollen, keinen Platz mehr finden, ohne konsumieren zu müssen. Das liegt auch an den steigenden Mieten und dem Zwang zur totalen kommerziellen Verwertung von Raum, für den München leider das Negativbeispiel schlechthin ist. Für BISS ist der öffentliche Raum ein hohes Gut, das es zu erhalten gilt. Auch dafür wollen wir mit unserer Aktion ein Zeichen setzen.

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