„Ich höre nur Lob von den Leuten“

Der älteste festangestellte BISS-Verkäufer Tibor Adamec feiert seinen 80sten Geburtstag!

 

Gratulation zum 80ten: Bissverkäufer feiert mit Landesbischof!

TV München war beim Geburtstagsständchen dabei.

Jeder Münchner kennt ihn, denn er gehört zu München wie die Frauentürme und das Oktoberfest: BISS-Verkäufer Tibor Adamec steht vor dem Eingang zum Kaufhof am Münchner Marienplatz.

 

BISS-Ausgabe Juli-August 2017 | Fernab – Daheim

Cover des BISS-Magazins Juli-August 2017

Thema: Fernab – Daheim: Kinder besuchen Verwandte in der Ferne, Senior Experten teilen ihr Wissen, Amtschefs gestalten München | 6 Senior Experten unterwegs: Im Ausland Gutes tun im Ruhestand | 10 Urlaub bei der Familie: Junge Menschen erzählen von den Ferien bei fernen Verwandten | 14 Interview: Dorothee Schiwy,  Rudolf Stummvoll und Sabine Schultheiß über Armut, Wohnungsnot und die soziale Schere in München | 22 Radltour mit Heinrich Bedford-Strohm: Der Landesbischof besucht unsere Verkäufer | Schreibwerkstatt | 5 Käufer und Verkäufer | 26 Aufgelesen: BISS-Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Freunde und Gönner | 29 Patenuhren | 30 Impressum, Mein Projekt | 31 Adressen

 

 

 

Käufer & Verkäufer

Marianne Wagner ( links ) ( 58) Lektoratsassistentin aus München

Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man keine Wurzeln hat. Mein Vater war Diplomat, geboren bin ich darum in Osaka, aufgewachsen aber in Mailand, Addis Abeba, New York und Hongkong. Das klingt toll, aber für uns Kinder war es nicht leicht. Alle vier Jahre mussten wir umziehen, neue Freunde suchen, uns neu eingewöhnen. Nach der Schule habe ich dann in New York gearbeitet, für mein Studium bin ich aber nach München gezogen, hier habe ich einen Sohn bekommen, Freunde gefunden und Wurzeln geschlagen. Trotzdem weiß ich immer noch genau, wie es ist, wenn man sich nirgends zu Hause fühlt. Als vor Jahren ein BISS-Verkäufer in einer Kneipe auf mich zukam, habe ich darum sofort ein Heft gekauft. So mache ich das noch heute. Ich mag die Idee hinter BISS und den sozialen Anspruch. Außerdem erfährt man in den Artikeln viel über München. Das finde ich gut, schließlich ist die Stadt ja meine Heimat.

Solomon Vantu ( rechts ) ( 30 ) BISS-Verkäufer am Goetheplatz

Ich bin Straßenzeitungsverkäufer aus Leidenschaft! Mein Deutsch zum Beispiel verdanke ich nur meinen Kunden. Denn eigentlich komme ich aus einem kleinen Dorf in Rumänien, sieben Kilometer waren es bis in die nächste Schule. Nach der 8. Klasse habe ich darum eine Schneiderlehre angefangen. Jobs aber gab es nicht, also ging ich nach Deutschland und wurde Möbelpacker, alles schwarz, irgendwann flog die Firma auf, und ich war meinen Job los. So landete ich in Berlin auf der Straße. Ich musste betteln, dann erzählte mir jemand von einer Straßenzeitung. Ich versuchte es, und die Arbeit machte mir Spaß. Durch einen Zufall kam ich dann nach München, und als ich auf der Straße einen BISS-Verkäufer gesehen habe, hab ich ihn sofort angesprochen. Seitdem verkaufe ich, egal ob es regnet oder die Sonne scheint, denn wie gesagt: Ich bin Verkäufer aus Leidenschaft, und bei BISS sogar mit fester Anstellung!

Foto: Barbara Donaubauer

Protokoll: Christoph Gurk

 

Unterwegs mit Bischof Bedford-Strohm

Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland besucht Münchner BISS-Verkäufer an ihren Standplätzen. Sie haben ihm persönlich ihre Wünsche mit auf den Weg gegeben.

Fotos & Text MARGIT ROTH

START

1 ) METZSTRASSE 

Die Fahrradtour startet in der Redaktion in der Metzstraße. Geschäftsführerin Karin Lohr zeigt dem Bischof die Büroräume und nutzt die Gelegenheit, dem Bischof die Festanstellungen für Zeitungsverkäufer vorzustellen. BISS-Sozialarbeiter und Vertriebsleiter Johannes Denninger radelt mit dem Bischof zu den Standplätzen der Verkäufer. Bevor es losgeht, spricht Herr Bedford-Strohm ein kurzes Gebet für den verstorbenen Herrn Silvestri. Dann setzt er seinen Fahrradhelm auf und schwingt sich aufs Fahrrad.

2) SENDLINGER TOR

Herr Uzuns Arbeitsplatz ist durch den Umbau am U-Bahnhof eine große Baustelle. Schön wäre es, so Herr Uzun, wenn sich Herr Bedford-Strohm dafür einsetzen würde, dass auch in der Innenstadt Moscheen geöffnet bleiben. Als gläubiger Mensch müsse der Bischof wissen, wie wichtig ein Ort für das gemeinsame Gebet sei.

3) MARIENPLATZ

Edelfried Fili vom Marienplatz

Am Marienplatz treffen wir Herrn Adamec und Herrn Fili. Herr Adamec steht an einer Säule vor dem Eingang zum Kaufhof. Von jeder Art von Ismen hält er wenig. Herr Adamec ist der Überzeugung, dass jeder für sich selbst Verantwortung übernehmen muss. Und Herr Fili? Er würde sich wünschen, dass die Religionsführer die Gemeinsamkeiten suchen, anstatt die Unterschiede herauszustellen. Denn so gebe es nur Krieg, wie die Geschichte zeige.

4) STACHUS

Am Stachus Gespräch mit Ernst Köppel

Am Stachus arbeiten Herr Schuchardt und Herr Köppel. Schuchardts Frau stammt aus Wittenberg, dem Geburtsort des Protestantismus. Der Bischof hat Ausstrahlung, findet er, so wie er selbst auch. Herr Köppel, mit Leib und Seele 60iger, merkt noch an, dass die Kirche, wenn sie wirklich etwas Soziales tun möchte, den 60igern eine neue Heimat bauen sollte.

 

5) HAUPTBAHNHOF

Frau Milenkovic ist nur eines wichtig: dass sie und ihr behinderter Sohn einen guten Platz haben. Herrn Güldner mit seiner Leuchtjacke kann man kaum über sehen. Handeln statt reden, so wie es in St. Bonifaz getan wird, das ist für ihn christliche Nächstenliebe.

 

6) ST. BONIFAZ

Bei St. Bonifaz wird nicht verkauft, dafür können die Verkäufer die BISS dort abholen. Bevor wir uns alle  wieder auf  die Räder schwingen, schaut der frühere Abt von St. Bonifaz, Odilo Lechner, kurz vorbei, begrüßt uns und den Bischof und winkt zum Abschied.

ZIEL