Das Bahnhofsviertel: Zwischen Imagewandel, Baustelle und sozialem Leben

Wir werfen einen Blick auf die aktuellen baulichen und strukturellen Veränderungen zwischen Hauptbahnhof und Stachus. Ein Besuch bei der Bahnhofsmission sowie das Gespräch mit einem BISS-Verkäufer lassen unterschiedliche Perspektiven auf städtische Räume lebendig werden.

Leitung: Angelika Mocciaro, Münchner Forum
Treffpunkt: Schützenstraße, am Eingang zum Hauptbahnhof-Untergeschoss
Dauer: ca. 1 ½ Stunden

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BISS-Magazin Juni 2026 | Bezahlbar Wohnen

Cover des BISS-Magazins Juni 2026


Inhalt | Wohn-Recht | Menschenwürdig und bezahlbar wohnen – in München eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre. | 6 Gärtnern für Leib und Seele: Gartentherapie für an Demenz Erkrankte | 12 OB Dominik Krause im Interview | 16 KiKS Spiel, Spaß und Kreativität beim Kinder-Kultur-Sommer | 22 Partnerstadt Kyjiw: Die moralische Verpflichtung Münchens | 5 Wie ich wohne | 26 SCHREIBWERKSTATT BISS-Verkäuferinnen und -Verkäufer erzählen, was sie bewegt | Rubriken | 3 Editorial | 28 Patenuhren | 29 Freunde und Gönner | 30 Mein Projekt, Impressum | 31 Adressen

Für die Gesundheit im Garten arbeiten

Die Alzheimer-Erkrankung kann bisher nicht geheilt werden. Aber man kann mit Therapien dafür sorgen, dass es den erkrankten Menschen besser geht. Dazu gehört auch die Garten-Therapie: Menschen mit Alzheimer verbringen eine gute Zeit im Garten.

Alzheimer ist eine der häufigsten Erkrankungen bei älteren Menschen. Es ist eine Erkrankung des Gehirns. Dabei verschlechtert sich das Gedächtnis nach und nach. Betroffene vergessen zum Beispiel Namen, Termine oder bekannte Wege. Menschen mit Alzheimer brauchen deshalb oft Unterstützung und Betreuung.

Es ist bisher noch nicht ganz erforscht, warum Menschen an Alzheimer erkranken. Aber zum Beispiel können das Alter, die Genetik und auch Rauchen, Alkohol und Einsamkeit das Risiko erhöhen.

Clara Breckerbohm arbeitet bei der Alzheimer Gesellschaft Landkreis München e.V. Die Alzheimer Gesellschaft berät Familien, Ehrenamtliche und Unternehmen. Clara Breckerbohm sagt: „Viele Angehörige wissen gar nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn jemand in der Familie erkrankt.“ Demenz-Erkrankungen sind sehr unterschiedlich. Die Krankheit erkennt man oft nicht gleich. Zuerst erinnern sich die betroffenen Menschen nicht mehr an alles. Und man denkt, das liegt am Alter. Dann vergessen die Menschen immer mehr und haben auch Probleme mit dem Sprechen. Sie brauchen dann immer mehr Unterstützung, um den Alltag zu schaffen. Zum Schluss können die Erkrankten dann nicht mehr selbständig leben. Sie können nicht mehr richtig sprechen und sich bewegen. Sie brauchen intensive Pflege.

Aber Unterstützung in der Pflege ist schwer zu bekommen. In Zukunft wird das noch schwerer. Etwa 5,7 Millionen Menschen brauchen aktuell Pflege. Im Jahr 2050 könnten es etwa 6,7 Millionen sein. Zusätzliche Angebote wie Garten-Therapie sind nicht vorgeschrieben. Sie sind mehr als die normale Pflege. Die Garten-Therapie gibt es bisher vor allem in Pflege- und Altenheimen. Dort sind Wohlbefinden, Freude und soziale Kontakte sehr wichtig. Das kann der Gesundheit helfen. Das ist wissenschaftlich bestätigt.

Bei der Garten-Therapie arbeiten Menschen mit Alzheimer und Betreuende gemeinsam im Garten.

Denn es gibt bisher keine Heilung für Menschen mit Alzheimer. Aber die körperliche Arbeit und sich bewegen, etwas berühren und riechen und mit anderen Menschen zusammen sein: Das tut gut! Und plötzlich können die Menschen wieder etwas, was sie lange nicht mehr konnten. Sie erinnern sich wieder an etwas, was sie schon lange vergessen hatten.

Bärbel Zirkel ist Garten-Therapeutin. Sie hat ihre Ausbildung vor 10 Jahren gemacht. Sie sagt: „Die Natur war schon immer wichtig für mich. Ich hatte früher ein Blumengeschäft. Ich brauche das Grüne.“ Mit ihrer Leidenschaft möchte sie kranke Menschen unterstützen. Sie ist sich sicher: „Grün hilft heilen.“

Heinz Kollmer geht jeden Dienstag zur Garten-Therapie im Garten des ehemaligen Pfarrhauses in Unterföhring. Er hatte früher einen eigenen Garten und kennt sich noch immer gut mit Pflanzen aus. Zwei andere Teilnehmende sind schon stärker erkrankt: Sie gärtnern nicht mehr, aber sie riechen und ertasten Gemüse, Obst und Kräuter. Die Garten-Therapeutin gibt ihnen auch kleine Obst-Stücke oder Pflanzen zum Schmecken. Durch die bekannten Geschmäcker, Gerüche und Gefühle sollen die Erinnerungen zurückkommen. Gemeinsam verbringen die Teilnehmenden im Grünen eine gute Zeit. Jeder macht so viel, wie er möchte und kann.

Bärbel Zirkel ist von der Garten-Therapie überzeugt. Sie sagt:

Und das sieht man den Teilnehmenden an: Sie essen vom Obst und Gemüse und lachen.

Mehr Infos und Kontakt:

Alzheimer Gesellschaft
Landkreis München e.V.
Hauptstr. 42
82008 Unterhaching
089 66059222
kontakt@aglm.de
www.aglm.de
Zuständigkeitsbereich:
Landkreis München


Alzheimer Gesellschaft
München e.V.
Josephsburger Str. 92
81673 München
089 475185
info@agm-online.de
www.agm-online.de
Zuständigkeitsbereich: Stadt München

Original-Text von Leon Scheffold

Zusammenfassung in Einfacher Sprache von Verena Reinhard, www.einfachverstehen.de

Interview mit Dominik Krause

Text MARGIT ROTH UND RAINER STADLER Foto ROBERT FISCHER

BISS: Haben Sie in München schon einmal eine Wohnung gesucht?
DOMINIK KRAUSE: Natürlich. Zuletzt umgezogen bin ich vergangenes Jahr, das war ein Glückstreffer in der Nachbarschaft. Richtig suchen musste ich 2014, kurz bevor ich in den Stadtrat kam. Es hat fast ein Dreivierteljahr gedauert, bis mein Partner und ich fündig geworden sind.

Das ganze Interwiew mit dem OB können Sie in der aktellen BISS lesen.

Wie ich wohne

Protokoll ANNELIESE WELTHER

Foto MARTIN FENGEL

Der Familienvater

Der Weg zur Haustür führt an bunt beklebten Fenstern vorbei, einem Schuppen mit zahlreichen Kinderwagen, und hinter dem Gebäude gibt es einen Spielplatz. Was aussieht wie eine Kindertagesstätte, ist in Wirklichkeit eine Einrichtung zur Unterbringung obdachloser Familien, die auch über eine eigene Kinderbetreuung im Erdgeschoss verfügt. Im Treppenhaus stehen auf jeder Etage mehrere Wäscheständer mit frisch gewaschenen Kleidern, auch vor dem Aufzug. Das macht niemandem etwas aus, denn seitdem wir hier wohnen, also seit über einem Monat, funktioniert der Lift nicht. Meinen Einkaufstrolley muss ich immer bis in den zweiten Stock schleppen. Als Kind in Bulgarien habe ich auf einer Matratze geschlafen, die direkt auf dem Boden ausgebreitet lag. Erst mit 15 Jahren hatte ich dann ein Bett, was viel besser war, denn zuvor tat mir ständig der Rücken weh. Zumindest ein Bett habe ich jetzt, genauer gesagt, es sind drei Betten in dem länglichen Zimmer mit Fenster, dazu ein Schrank und ein Tisch mit drei Stühlen. Für mehr ist kein Platz. Obwohl der Schrank schon recht geräumig ist, reicht er nicht aus. Wir haben unsere Sachen auch obendrauf gestellt sowie in einer Plastikbox am Boden und in Kartons unter den Betten verstaut. Der eine Raum ist einfach zu klein für meine Frau, meinen 17-jährigen Sohn und mich. Das Wohnungsamt hat uns hier untergebracht, nachdem unser Vermieter den Mietvertrag nicht mehr verlängern wollte. Vier Jahre hatten wir in einer Wohnung gelebt, die auch nur ein Zimmer hatte, allerdings war der Schlafplatz durch einen Schrank getrennt und auch die Küche und das Bad waren separat. Hier müssen wir uns das sehr kleine Badezimmer mit der Nachbarfamilie teilen. Das ist schrecklich, sehr oft muss man warten, bis es frei wird. Die Gemeinschaftsküche ist für alle 21 Familien auf der Etage gedacht. Wie auch in den Hausfluren hängt hier ein langer, schmaler Papierstreifen von der Decke, an dem Hunderte verendeter Fliegen kleben. Da wir die Küche nicht so gemütlich finden, essen wir oft fertige Backwaren, anstatt uns selbst etwas zuzubereiten. Früher war das ganz anders. In unserer ersten Zeit in Deutschland haben wir oft mit unseren Verwandten gekocht. Als Großfamilie arbeiteten wir in einer Pension in der Nähe von Karlsfeld als Reinigungspersonal und waren dort vor Ort untergebracht. Die erwachsenen Ehepaare hatten je ein Zimmer für sich, während die Kinder einen großen gemeinsamen Raum bewohnten. Das war eine gute Zeit. Doch dann wurde die Pension komplett renoviert und für uns war kein Platz mehr. In der Familienunterkunft kennen wir noch so gut wie niemanden, aber wir wohnen ja noch nicht so lange hier. Dennoch wollen wir so bald wie möglich wieder umziehen. Günstig ist es übrigens hier nicht, wir zahlen 575 Euro pro Person im Monat, das ist mehr, als unser vorheriges Ein-Zimmer-Appartement gekostet hat, da waren es nur 1.330 Euro. Unser großer Wunsch ist nun eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit etwas mehr Privatsphäre.